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Eigentum verpflichtet: Christiane Pohle inszeniert Mozarts Figaro in Stuttgart und setzt sich mit dem rosaroten Konzept der Liebe auseinander

 

In Mozarts Opera buffa Figaro scheint die Höhe der Hochzeitstorte das geringste Problem zu sein. Nur einige Stunden vor dem großen Tag in Tüll fahren die Herzen Achterbahn und wollen sich Frauen und Rechte aneignen. Die Liebe revolutioniert und das Glück muss so manche Eifersuchtsattacke über sich ergehen lassen.

 

Anlässlich ihrer Verlobung wurden Diana Spencer und der Prince of Wales in einem Interview gefragt, ob sie nun „in love“ seien. Und während Diana sofort antwortete: „of course“, sagte Charles nach einer kurzen Pause „whatever ‚in love‘ means“.

Obwohl es nicht Charles’ Absicht gewesen sein dürfte, darauf hinzuweisen, dass es einer etwas genaueren Definition von ‚Liebe‘ bedürfe, um die gestellte Frage präzise zu beantworten, wird genau dieser Aspekt hier sehr plastisch: Diese beiden Menschen haben eine völlig andere Konzeption von ‚Liebe‘ – was immer das auch sein mag. Und wenn man Diana durch Rosina und den Prince of Wales durch den Grafen Almaviva ersetzt, wäre man gleich mitten drin in Mozarts und Da Pontes emotionalem Ausnahmezustand, der sich am Tag von Susannas Hochzeit ereignet.

 

 

Welche Liebe wollen wir gelebt haben? In diesem Zusammenhang wird Mozarts Welttheater der Liebe dann auch wieder zur Revolutionsoper. Nicht, weil – „se vuol ballare“ – Figaro den Grafen zum metaphorischen Tänzchen auffordert, sondern weil – „se vuol ballare“ – der Graf, wenn er mit Susanna tanzen möchte, doch bitte Figaro um Erlaubnis fragen möge. Eigentum verpflichtet.

Die Regisseurin Christiane Pohle beschäftigt sich in ihrer ersten Arbeit für die Staatsoper Stuttgart mit den maßgeschneiderten Glücksversprechen bürgerlicher Lebensentwürfe und ihrer Serialität.


BESETZUNG

Musikalische Leitung Roland Kluttig / Markus Poschner*
Regie Christiane Pohle
Bühne Natascha von Steiger
Kostüme Sara Kittelmann
Video Anna-Sophie Lugmeier
Licht Reinhard Traub
Chor Bernhard Moncado
Dramaturgie Ingo Gerlach
Graf Almaviva Johannes Kammler / Jarrett Ott*
Gräfin Almaviva Sarah-Jane Brandon / Olga Busuioc*
Susanna Esther Dierkes / Josefin Feiler*
Figaro Michael Nagl / Andrew Bogard*
Cherubino Diana Haller / Ida Ränzlöv*
Marcellina Helene Schneiderman / Maria Theresa Ullrich*
Basilio Heinz Göhrig
Don Curzio Christopher Sokolowski
Bartolo Friedemann Röhlig
Antonio Matthew Anchel
Barbarina Claudia Muschio
Staatsopernchor Stuttgart, Staatsorchester Stuttgart
*Besetzung für die Vorstellungen im März und April 2020

PRAKTISCHE INFORMATIONEN

  • Premiere 2019 / 2020
  • Libretto von Lorenzo da Ponte nach der Komödie La Folle Journée ou Le Mariage de Figarovon von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais
  • In italienischer Sprache
  • Die Einführung findet 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Foyer I. Rang statt.
  • Altersempfehlung: Ab Klasse 8
  • Einführungsmatinee am 24.November 2019, 11 Uhr: www.staatsoper-stuttgart.de
  • Öffentliche Probe am 16. November 2019, 10 Uhr: www.staatsoper-stuttgart.de
  • Weitere Informationen auf der Webseite der Staatsoper Stuttgart: www.staatsoper-stuttgart.de
  • Die genauen Uhrzeiten der Vorstellungen im März und April 2020 werden noch veröffentlicht. 
Foto: Matthias Baus

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