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Zwischen Kohlenpott und amerikanischer Bergbautradition: Bridget Breiner adaptiert das Märchen Aschenputtel und erzählt die Geschichte aus der Sicht der Stiefschwester

2013 in der Kategorie Beste Choreografie mit dem FAUST-Theaterpreis ausgezeichnet, stellt Bridget Breiner nun dem Karlsruher Publikum ihre Version der Aschenputtel-Geschichte vor. Nicht die rußige Heldin des Märchens kommt hier zu Wort, nein, ihre Stiefschwester bekommt einmal die Möglichkeit, ihre Seite der Ereignisse zu erzählen.

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„Und wenn sie nicht gestorben sind …“ Mit dieser versöhnlichen Formel kommt für die meisten Märchenheld*innen das Happy End. Aber was geschieht, wenn man sich dieselbe Geschichte aus der Sicht eines der sogenannten Bösewichte vor Augen führt? Ist das „Böse“ nicht eine Frage der Perspektive?

Diesen Fragen stellte sich Bridget Breiner in ihrem ersten Handlungsballett Ruß – Eine Geschichte von Aschenputtel. Mittelpunkt ihrer Choreografie ist nicht Clara, das Aschenputtel. Vielmehr folgen wir Livia, einer der Stiefschwestern, die Claras Stiefmutter mit in die Familie gebracht hat.

Unter den Machtspielen ihrer Mutter leidend, entdeckt Livia in Clara ihr Gegenstück, ihre Wunschvorstellung. Bewunderung und Faszination schlagen in Eifersucht um. Trotz aller Bemühungen ihrer Mutter folgt die Geschichteihrem bekannten Lauf; der für Livia bestimmte Prinz findet in Clara die wahre Liebe. Doch Livia geht ihren eigenen Weg, befreit sich von den Zwängen ihrer Umwelt und nimmt ihr Leben selbst in die Hand.

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Gemeinsam mit ihrem Ausstatter Jürgen Kirner und dem Akkordeonisten Marko Kassl verlegt Bridget Breiner das Geschehen zwischen Kohlenpott und amerikanische Bergbautradition. Die Aschenbrödel-Partitur von Johann Strauss (Sohn), amerikanische Arbeiterlieder und moderne Kompositionen für Akkordeon vereinen sich zu einer Collage, die uns durch Livias Innen- und Außenwelt führt. Das für das Ballett im Revier kreierte Handlungsballett gewann 2013 den begehrten Theaterpreis DER FAUST in der Kategorie Beste Choreografie. Damit wurde Bridget Breiners Kunst ausgezeichnet, bekannte Geschichten und Stoffe aus einer neuen Perspektive für den Tanz umzusetzen.

 

INTERVIEW SZENIKMAG MIT BRIDGET BREINER, CHEFCHOREOGRAFIN UND BALLETTDIREKTORIN DES BADISCHEN STAATSTHEATER


BESETZUNG

Choreografie & Inszenierung Bridget Breiner
Bühne & Kostüme Jürgen Kirner 
Licht Patrick Fuchs 

Dramaturgie Anna Grundmeier, Florian König 
Akkordeon Marko Kassl 
Einstudierung Lynne Charles 

Theaterpädagogik Anna Müller 
Es tanzt das Staatsballett Karlsruhe. 


PRAKTISCHE INFORMATIONEN

  • Karlsruher Neufassung
  • Musik von Johann Strauss (Sohn), Woody Guthrie, Nina Simone u.a.
  • Ab 8 Jahren
  • Öffentliche Probe am 3.01.2020
  • Weitere Informationen auf der Webseite des Badischen Staatstheater, Karlsruhe: www.staatstheater.karlsruhe.de

 

Fotos: Costin Radu


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