„Lohengrin“ eröffnet die Osterfestspiele Baden-Baden 2026
Wenn Ostern naht und der Frühling über Baden-Baden liegt, verwandelt sich das Festspielhaus Baden-Baden in einen der aufregendsten Opernorte Europas. 2026 stehen die Osterfestspiele unter einem neuen Stern – mit zwei der spannendsten Dirigierpersönlichkeiten unserer Zeit, Klaus Mäkelä und Joana Mallwitz, als künstlerischen Impulsgebern.
Den Auftakt macht am 28. März Richard Wagners „Lohengrin“ – eines der rätselhaftesten, schönsten und bewegendsten Werke des Opernrepertoires – in einer mit Spannung erwarteten Neuinszenierung von Johannes Erath. In der Titelpartie: Piotr Beczała.
Neben der Neuinszenierung von Wagners „Lohengrin“ (weitere Vorstellungen 31.3. und Ostersonntag 5.4.) erklingt unter der Leitung von Joana Mallwitz am Karfreitag das „War Requiem“ von Benjamin Britten. Das Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam unter Klaus Mäkelä musiziert Bachs Matthäus-Passion (30.3.), die Achte Sinfonie von Anton Bruckner (2.4.) sowie die Fünfte Sinfonie von Gustav Mahler (1.4.). Asmik Grigorian gibt am Karsamstag mit einem Abend voller russischer Romanzen ihr lang ersehntes Baden-Baden-Debüt und Hélène Grimaud musiziert und dirigiert! Zudem steht eine Weltpremiere an: Das Bundejugendorchester und Bundesjazzorchester musizieren erstmals gemeinsam – am Ostermontag, bei den Osterfestspielen Baden-Baden 2026.
Für Festspielfeeling in der ganzen Stadt sorgen zwölf Kammerkonzerte in verschiedensten Spielstätten in der ganzen Stadt sowie ein abwechslungsreiches Programm in der Festspiel-Lounge im LA8.
Eine Oper, die nie aufhört, Fragen zu stellen
Wer ist Lohengrin wirklich? Sein Name steht im Titel – und ist dennoch das Einzige, was in dieser von Richard Wagner 1850 komponierten Oper nicht ausgesprochen werden darf. Johannes Erath sieht darin den Kern des Werkes: „Lohengrin“ handelt vom Unterschied zwischen Glauben und Wissen, zwischen Vertrauen und dem zwanghaften Drang, Gewissheit zu suchen. Elsa steht völlig allein, ohne Eltern, ohne Bruder, ohne jeden Rückhalt – und begegnet einem Wunder. Aber wie in der Kirche, auch wie im Theater, gilt: Wer das Wunder verstehen will, zerstört es. Erath inszeniert „Lohengrin“ als ein Märchen – und eine zutiefst menschliche Geschichte über Zweifel, Neid und die Unmöglichkeit, jemanden wirklich zu lieben, den man nicht kennt.

Joana Mallwitz: Eine der bedeutendsten Dirigentinnen unserer Zeit
Am Pult steht Joana Mallwitz – eine der herausragendsten Persönlichkeiten der internationalen Klassikwelt. Als jüngste Generalmusikdirektorin Europas machte sie früh auf sich aufmerksam, und ihr Ruf als Meisterin des Wagner-Klangs ist bestens begründet. Jetzt bringt sie dieses Wissen zu den Osterfestspielen – an der Spitze des Mahler Chamber Orchestras, eine Zusammenarbeit, auf die sich Mallwitz besonders freut: „Sie sind unglaubliche Musiker und gewohnt, Kammermusik zu pflegen, aufeinander zu hören, wirklich etwas Intimes und Persönliches zu erschaffen. Und gleichzeitig sind wir im Festspielhaus Baden-Baden – dem überwältigendsten und größten Haus, in dem man Oper machen kann. Überwältigend und zugleich zutiefst intim – das ist auch die Oper ‚Lohengrin‘“.
Johannes Erath: Musiktheater mit Tiefgang und Bildkraft
Die Inszenierung verantwortet Johannes Erath – ein Regisseur, der auch ausgebildeter Musiker ist und seine Arbeiten deshalb aus dem Inneren der Partitur heraus entwickelt. Ausgezeichnet mit dem Götz-Friedrich-Preis und dem Österreichischen Musiktheaterpreis, schafft er Bilder, die das Mystische nicht erklären, sondern erlebbar machen – und die Grenze zwischen Realität und Traum, zwischen dem, was wir sehen, und dem, was wir glauben, bewusst verschwimmen lassen. Die Musik, so Erath, sagt uns ohnehin mehr als das Libretto: Sie allein weiß, was wahr ist. Die Besucher erwartet eine zeitlose Märchenwelt, in die wir Elsa folgen und die die Zuschauer mit allen Sinnen berühren wird.

Festspielwürdig: Ensemble auf absolutem Weltklasse-Niveau
Piotr Beczała, einer der gefeiertsten Tenöre unserer Zeit, der für seinen strahlenden, technisch makellosen Wagner-Gesang international verehrt wird, singt Lohengrin. An seiner Seite: Rachel Willis-Sørensen als Elsa von Brabant und Tanja Ariane Baumgartner als die intrigierende Ortrud. Wolfgang Koch (Telramund), Kwangchul Youn (König Heinrich) und Samuel Hasselhorn (Heerrufer) komplettieren das festspielwürdige Solistenensemble. Gleich zwei Chöre gestalten den Baden-Badener „Lohengrin“: der Philharmonia Chor Wien und der Tschechische Philharmonische Chor Brünn.
Baden-Baden: Der perfekte Rahmen für ein Ereignis dieser Größe
Die Osterfestspiele Baden-Baden haben sich in den vergangenen Jahren zu einem der bedeutendsten Klassikfestivals Europas entwickelt – mit einem Publikum, das aus aller Welt anreist. Das Festspielhaus bietet mit seiner einzigartigen Akustik und dem Ambiente der Kurstadt die ideale Bühne für genau das: Musik, die unter die Haut geht. Dieser „Lohengrin“ ist nicht irgendeine Opernaufführung. Er ist der Auftakt zu einem neuen Kapitel.

Der Seele Ruhstatt – Bachs Matthäus-Passion mit dem Royal Concertgebouw Orchestra unter Klaus Mäkelä
In Amsterdam beginnt jede Osterwoche mit der Aufführung einer Passion von Johann Sebastian Bach. Der designierte neue Chef Klaus Mäkelä folgt dieser Tradition und bringt sie zu den Osterfestspielen Baden-Baden am 30. März mit dem Royal Concertgebouw Orchestra zu Gehör. Die Matthäuspassion, Bachs Meisterwerk der musikalischen Darstellung vom Leiden und Sterben Jesu Christi nach dem Matthäus-Evangelium, zählt als Höhepunkt der protestantischen Kirchenmusik und ist sein umfangreichstes und am stärksten besetztes Werk, am Karfreitag 1727 in der Leipziger Thomaskirche uraufgeführt. Die eindrucksvollen Rezitative und lyrischen Arien der Solisten werden bei den Osterfestspielen Baden-Baden von wunderbaren Chorälen und Chor-Partien durch den Cantus Juvenum und den Netherlands Kamerkoor gekrönt.
Virtuosengipfel – Mahlers 5. Sinfonie und Bruchs Violinkonzert mit Daniel Lozakovich
Selten bietet ein Konzertabend so viel Kontrast und so viel Schönheit. Gustav Mahlers 5. Sinfonie – mit ihrem berühmten Adagietto, einem der innigsten Liebesgeständnisse der Musikgeschichte – trifft auf Max Bruchs erstes Violinkonzert, ein Werk von unwiderstehlicher Sanglichkeit und Wärme. Dirigiert von Klaus Mäkelä, der mit dem Royal Concertgebouw Orchestra eine der aufregendsten Partnerschaften der internationalen Orchesterwelt eingegangen ist, verspricht dieser Abend Musik auf höchstem Niveau. Als Solist ist der schwedische Geiger Daniel Lozakovich zu erleben. Bereits als 15-Jähriger erhielt er einen Exklusivvertrag bei der Deutschen Grammophon. Er spielt mit dem ersten Violinkonzert von Max Bruch eines der beliebtesten Konzerte des 19. Jahrhunderts. Klaus Mäkelä und das Royal Concertgebouw Orchestra interpretieren in der zweiten Konzerthälfte die 5. Sinfonie von Gustav Mahler. Eine Sinfonie, die von Trauer über Aufbegehren bis zur strahlenden Erfüllung alles enthält, was das Leben ausmacht.
Gipfelstürmer – Royal Concertgebouw unter Klaus Mäkelä mit Bruckner 8
Publikum begeistert – Kritiker entsetzt. So könnte man die Reaktionen auf die Uraufführung der 8. Sinfonie Anton Bruckners zusammenfassen. Heute gilt die Sinfonie als eines der wichtigsten Monumente der Tonkunst. Das Royal Concertgebouw Orchestra machte Amsterdam zu einem Mekka für Bruckner-Fans. Klaus Mäkelä möchte diese Tradition nach Baden-Baden überführen und bringt zu den Osterfestspielen Baden-Baden gleich das „opus summum“ des österreichischen Hof-Organisten und Wagner-Verehrers mit. Wurde das Werk vom zeitgenössischen Kritiker Eduard Hanslick noch für seinen „traumverwirrten Katzenjammerstil“ verspottet, zählt es heute zu den unumstößlichen Monumenten spätromantischer Orchesterliteratur.
Übermäßig ausladende Gesten hat Klaus Mäkelä trotz seines noch jungen Alters am Dirigierpult nicht nötig, stattdessen kommuniziert er mit den Musikern viel über die Augen. Der 1996 geborene Finne zählt zu den vielversprechendsten Dirigenten seiner Generation, welcher mit Mitte zwanzig bereits mit renommierten Klangkörpern von London über Berlin bis San Francisco zusammenarbeitet. 2020 trat er die Nachfolge von Vasily Petrenko als Chefdirigent in Oslo an, 2021 wählte ihn das Orchestre de Paris zu seinem Musikdirektor und im Sommer 2022 bestellte man ihn in Amsterdam zum künstlerischen Partner, wo er ab 2027 den Chefposten übernimmt.
Poesie der Versöhnung – Benjamin Brittens „War Requiem“ unter Joana Mallwitz
Benjamin Brittens „War Requiem“ gehört zu den erschütterndsten und gleichzeitig tröstlichsten Werken des 20. Jahrhunderts. 1962 zur Einweihung der im Krieg zerstörten, neu erbauten Kathedrale von Coventry uraufgeführt, ist es ein Aufschrei gegen den Wahnsinn des Krieges und zugleich ein zutiefst menschliches Plädoyer für Versöhnung und Frieden. Britten verwob die traditionelle lateinische Totenmesse mit den erschütternden Antikriegsgedichten Wilfred Owens zu einem Werk von überwältigender emotionaler Wucht – das dennoch am Ende nicht in Dunkelheit versinkt, sondern in einer stillen, bewegenden Hoffnung.
Am Karfreitag, 3. April, dirigiert Joana Mallwitz dieses Monument der Musikgeschichte mit dem Mahler Chamber Orchestra und drei Chören – einer Vereinigung von Stimmen, die schon für sich genommen einen einzigartigen Klangkosmos eröffnet. Der Tschechische Philharmonische Chor Brünn, der Philharmonia Chor Wien und der Knabenchor Cantus Juvenum erschaffen die erhabene Klangwelt der Messe, während das Kammerensemble die zerbrechliche, persönliche Welt der Owen-Gedichte zum Leben erweckt – zwei Welten, die Britten meisterhaft ineinander verwebt. Dieser Abend verspricht eine gemeinsame Erfahrung von Trauer, Schönheit und – Zuversicht. Selten war Musik so notwendig wie heute. Selten war ein Werk dafür so geeignet wie dieses.
Weltstar in intimem Rahmen – Asmik Grigorian gibt ihr Baden-Badener Debüt
Es gibt Sängerinnen, die man in Konzerten erlebt. Und dann gibt es Asmik Grigorian – eine Künstlerin, bei der man das Gefühl hat, einem einmaligen Naturereignis beizuwohnen. Am 4. April 2026 gibt die litauische Sopranistin ihr lang ersehntes Debüt in Baden-Baden – und zwar nicht auf der Opernbühne, sondern im intimsten aller Formate: dem Liederabend. An ihrer Seite am Flügel: der litauisch-russische Pianist Lukas Geniušas, selbst ein Ausnahmekünstler von internationalem Rang. Seit ihrer umjubelten Salzburger „Salome“ – einer Aufführung, über die die Opernwelt noch heute spricht – genießt Grigorian Kultstatus. Die New Yorker Met, die Wiener Staatsoper, die Mailänder Scala, Covent Garden, Bayreuth und Aix-en-Provence: Die großen Häuser der Welt reißen sich um sie und mehrfach wurde sie zur Opernsängerin des Jahres gewählt. Für ihren Baden-Badener Liederabend am Karsamstag, 4. März, hat Grigorian ein Programm gewählt, das tief in der russischen Romantik verwurzelt ist – und gleichzeitig eine Reise durch die ganze Bandbreite menschlicher Empfindung darstellt. Tschaikowsky und Rachmaninow, beide auf Russisch gesungen: Eine Begegnung mit Musik in ihrer Originalsprache und ihrer ursprünglichsten Klangfarbe.
Tiefe Freundschaft – Romantik pur! Hélène Grimaud und das Mahler Chamber Orchestra mit Klavierkonzerten von Brahms und Schumann
Johannes Brahms‘ Erstes Klavierkonzert ist kein klassisches Virtuosenstück, sondern ein monumentaler Seelenmonolog. Entstanden aus tiefer persönlicher Erschütterung nach dem Tod seines Mentors Robert Schumann, entfaltet das Werk eine Klangwelt voller Aufruhr, Ernst und innerem Kampf. Die emotionale Dichte, die dramatische Gestaltungskraft und die tiefe musikalische Trauer machen es zu einem der eindrucksvollen Zeugnisse romantischer Ausdruckskunst, bei den Osterfestspielen (29.3.) interpretiert von Hélène Grimaud.
Robert Schumanns Frau Clara war eine der größten Klaviervirtuosinnen des 19. Jahrhunderts. Was also lag für Schumann näher, sich intensiv der Gattung des Klavierkonzerts zu widmen? Bei der Uraufführung am 4. Dezember 1845 in Dresden saß dann folgerichtig auch Clara Schumann am Flügel. „Das Clavier ist auf das feinste mit dem Orchester verwebt – man kann sich das Eine nicht denken ohne das andere“, schrieb Clara Schumann über das Werk. Am Palmsonntag führt Hélène Grimaud die Symbiose auf die Spitze – sie spielt Klavier und dirigiert gleichzeitig als ‚prima inter pares‘ das Mahler Chamber Orchestra.
Weltpremiere: Bundesjugendorchester und Bundesjazzorchester gemeinsam auf der Bühne
Zwei musikalische Welten treffen aufeinander: Bei den Osterfestspielen 2026, am Ostermontag, 6.4., teilen sich das Bundesjugendorchester und das Bundesjazzorchester erstmals eine Bühne. Das Bundesjugendorchester, gegründet 1969, vereint junge Musiker zwischen 14 und 19 Jahren, die sich über ein Probespiel qualifizieren und in intensiven Arbeitsphasen klassische und zeitgenössische Werke erarbeiten. Das Bundesjazzorchester, 1987 ins Leben gerufen, ist das zentrale Förderensemble für den deutschen Jazznachwuchs. Es besteht aus einer Bigband mit Vokalensemble und setzt sich aus Musikerinnen und Musikern zwischen 17 und 24 Jahren zusammen. Zum krönenden Abschluss der Osterfestspiele spielen die beiden Elite-Ensembles am Ostermontag Werke von Leonard Bernstein, Duke Ellington und Wynton Marsalis.
Festspiel den ganzen Tag – Kammerkonzerte in Kurhaus, Stiftskirche, Museum Frieder Burda und Maison Messmer
Es ist eine schöne Tradition: Während der Osterfestspiele verwandelt sich ganz Baden-Baden in eine Bühne. Musikerinnen und Musiker der beiden Osterfestspielorchester erfüllen die UNESCO-Welterbestadt mit Klang und Leben – nicht nur im Festspielhaus, sondern auch tagsüber in kleinen Ensembles an besonderen Orten der Stadt. Den Reigen eröffnet das das Bläserquintett des Royal Concertgebouw mit Mozart und Beethoven am 29.3 im Kurhaus, Orgel und Philharmonischer Chor Brünn sind in der Stiftskirche zu erleben, im Malersaal des Maison Messmer spielt das Alma Quartett. Gelegenheiten zum Musikgenuß vom Early Bird im Museum Frieder Burda am Ostersonntag bis zu Late Night Konzerten im Kurhaus (2.4. und 4.4., jeweils 21.30 Uhr). 2026 zeigt sich das Programm in zwölf Konzerten so facettenreich wie die künstlerischen Persönlichkeiten der beiden Orchester. Unterschiedlichste Klangfarben und Perspektiven verschmelzen zu einem gemeinsamen musikalischen Erlebnis – und doch bleibt Raum für individuelle Virtuosität, denn jedes Mitglied kann auch als Solistin oder Solist glänzen.
Festival-Lounge im LA8
Festspiel ohne Pause in der Festival-Lounge im LA8: Gedankenfutter und Feines für die Ohren gibt es in der Lichtentaler Allee Nr. 8. Eröffnet wird die Festival-Lounge im LA8 mit einem Tusch am 28. März und der Regisseur des „Lohengrin“ gibt noch vor der Premiere am Abend erste Einblicke in seine Inszenierung. Während der Osterfestspiele gibt es ein abwechslungsreiches, überwiegend kostenfreies Programm – von Talks mit berühmten Solisten über ein Babylon Café zum Kennenlernen von Musikern und deren Muttersprachen, einer kulinarischen Reise nach Brabant, einer Lesung von Briefen von und an Clara Schumann, die mit Hélène Grimauds romantischem Konzert korrespondieren sowie ein Malkurs zu dem Künstler aus Brabant Vincent van Gogh. Und „Klassikerklärer“ Dariusz Szymanski führt durch das komplette Festspielprogramm. Schöner kann man sich die Zeit nicht verkürzen, bis sich im Festspielhaus wieder der Vorhang hebt.
Weitere Informationen und Tickets: www.festspielhaus.de
Persönliche Beratung und Reservierung: Tel. 07221 / 30 13 101


































