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Moderne Oper

In der Optik ebenso fantastisch wie in der Musik farbenreich und in der Aussage provokant: Árpád Schillings Deutung von Hector Berlioz’ Oper am Theater Basel

Dass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält“ (Faust I) – die Thematik ist zeitlos, aber die Fragestellung der Faust-Vertonung des ungarischen Regisseurs Árpád Schilling klingt trotzdem zeitgenössischer: Wo auf dieser Welt finde ich, was meinem Leben fehlt?
Egozentrisch, aber auch hypermodern stellt er Faust vor, einen Menschen, der nicht unter materiellem Mangel leidet, den sein Leben und die Gesellschaft jedoch langweilen: Yoga, Golf und das Checken von E-Mails bestimmen den Rhythmus seines Lebens. Dieser Faust, sowie Gretchen als verführerisches Escort-Girl, die in einem Plattenbau wohnt, und Mephisto als zynischer Geschäftsmann werden für die Zuschauer zu Zeitgenossen.
Mit Videos von Schweinen, die industriell geschlachtet und verbrannt werden (Symbol für den Holocaust) und einer fantastischen Musik, die überreich an Farben ist, zeigen der Regisseur und der niederländische Dirigent Enrico Delamboye, dass eine großartige Oper nicht zugleich musikalisch und optisch angenehm sein muss.

Foto © Hans Jörg Michel


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