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Und wieder heißt es warten…

Nach Ariane et Barbe-Bleue von Paul Dukas (1907) inszeniert Olivier Py Pénélope von Gabriel Fauré (1913), ein weiteres, von der Mythologie inspiriertes Werk, in dem das Warten und die Treue gefährlich ins Erhabene gesteigert werden.

Es gibt glückliche Zufälle, gibt es also auch glückliche Schicksalsfügungen? Was ist mit dem Schicksal von Odysseus, der in die Schlacht nach Troja zieht und damit seine Frau Penelope allein zurück lässt, die sich der beharrlichen Gelüste der Anwärter auf den Thron von Ithaka erwehren muss? Obwohl sich das Paar bis zur Rückkehr des Königs Treue geschworen hat, ersinnt Penelope eine List, um ihre Freier, die sie immer stärker bedrängen, abzuwehren: Sie verkündet, einen von ihnen zu erwählen, sobald sie das Leichentuch für ihren Schwiegervater Laertes fertig gewebt habe. Zwanzig Jahre lang trennt sie nachts wieder auf, was sie tagsüber gewebt hat – damit dieser besagte Tag nie eintrete. Die Bedrohung wird mit der Zeit immer größer, und schließlich wird Penelope zum Inbegriff des weiblichen Wartens, dieses ganz und gar absurden, aber doch wunderschönen Wartens, das kein Ende findet – denn Penelopes Leichentuch wird niemals fertig. Als Penelope schließlich die Rückkehr ihres Gatten erfleht, erscheint dieser als Bettler verkleidet, so als wolle er ihre Treue noch eingehender prüfen. Gabriel Faurés lyrisches Gedicht, in Ergänzung zu René Fauchois‘ Libretto komponiert, räumt einer innigen, strahlenden und weitgehend kammermusikartigen Sprache Platz ein, die Olivier Py in eine permanente und zeitlose Bewegung umsetzt. Aber Pénélope erzählt auch – was ein wenig in Vergessenheit geraten ist – die Geschichte einer großartigen Gesangsleistung, wie hier der großen Anna Caterina Antonacci unter der Leitung des vielseitigen Patrick Davin.

Photo : Klara Beck


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