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Gesellschaftsporträt

Das Zweite Kaiserreich lag in den letzten Zügen und sah sich von allen Seiten bestürmt… und vielleicht verdanken wir es Werken wie der bissigen Operette La Vie parisienne mit ihrer Schilderung einer dekadenten Gesellschaft, es ernsthaft untergraben zu haben.

So manch schöne Unterfangen sind auf Anhieb von Erfolg gekrönt. Bei der Premiere am 31. Oktober 1966 erntete La Vie parisienne (Pariser Leben) Lachen und Beifallsrufe, was von der damaligen Presse ausgiebig verbreitet wurde. Und doch war noch nicht alles erreicht: Wie würde die Pariser Aristokratie auf diese Parodie ihrer selbst reagieren?
Sie reagierte ziemlich positiv, mit viel Sinn für Selbstironie. Doch die schwierigen Proben hatten so manche Anzüglichkeit oder unerfreuliche Situation durchscheinen lassen, was eine Überarbeitung oder sogar Streichungen erforderlich gemacht hatte, um dem Gerücht über einen wachsenden Skandal ein Ende zu bereiten. Nachdem Offenbach seine Opern Orphée aux enfers (Orpheus in der Unterwelt) und La Belle Hélène (Die schöne Helena) in der Antike angesiedelt hatte – ein Kontext, der für die breite Öffentlichkeit weitgehend annehmbar war – entschied er sich bei dieser Oper, die Handlung in die aktuelle Zeit zu verlegen.
Tat er damit nicht das, was andere, zum Beispiel Edouard Manet, in der Malerei versucht hatten, und würde dabei ebenso die Spötteleien einstecken, sowohl von Seiten des Publikums als auch der Kritiker? Das Unterfangen schien also kühn. Der Erfolg der Premiere bewies, dass das Volk allmählich an Boden gewann und – besser noch – seine alte Haut abstreifte. Die Operette, die zu den bekanntesten zählt und hier von einem verschmitzten Waut Koeken großartig inszeniert wird, hat ganz ohne Zweifel zum Wandel ihrer Zeit beigetragen. (E.A.)


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