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Aschenputtel zur Zeit des Kalten Krieges

Märchen sind eine unerschöpfliche Inspirationsquelle. Die Opéra national du Rhin zeigt es auf ein weiteres mit einer neuen Kreation von Cendrillon, einer Oper für Kinder, die musikalisch von Vincent Monteil geleitet und von Marie-Eve Signeyrole inszeniert wird.

In diesem poetischen Märchen fehlt nichts:  die Stiefmutter und die bösen Schwestern, eine Fee, der charmante Prinz, die Prinzessen und, natürlich, der berühmte Schuh. Mit einem weiteren Detail: eine moderne und zeitversetzte Inszenierung, die trotzdem den Kern des Märchen der Gebrüder Grimm erfasst.

So wird die Geschichte des Cendrillon vor unseren Augen ausgebaut und erzählt die Geschichte zweier Berliner Jugendlicher zu Zeiten des Kalten Krieges. Der Prinz lebt in Westdeutschland, währenddessen Aschenputtel im Osten lebt. Auf der Bühne sind ihre Zimmer nebeneinander, jedoch von einer 3,6m hohen Mauer getrennt. Im Gegensatz zur gespielten Oper, gibt es hier keinen Zauberstab auf der Bühne, sondern zeitgenössische Personen, die uns in eine zauberhafte wie realistische Welt mitnehmen. Für die Regisseurin Marie-Eve Signeyrole ist es wichtig „das Märchen zu verteidigen ohne sich diverser Prinzessinnenträume zu bedienen, sondern erzählerische Mechanismen zu entwickeln, die das Wunderbare und Surreale  eines historisch noch viel „faszinierenderen“ (in einem schrecklichen Sinn) Kontext präsentieren.“

Produziert von dem Opéra Studio, wird das Märchen in drei Akten von Ermanno Wolf-Ferrari von einem speziell dafür gegründeten, instrumentalen Ensemble gespielt, welches Schüler des Straßburger Konservatoriums und Studenten der Musikhochschule Straßburg-Hear vereint. (M.G.)

Foto : Alain Kaiser


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