Tanzfestival Saar: Tanzfans können sich freuen: Noch nie war das Programm des Tanzfestivals Saar so vielfältig. Im Frühjahr 2026 steigt die sechste Ausgabe des Festivals, für das Stijn Celis, der Direktor des Saarländischen Staatsballetts, und Kompaniemanager Klaus Kieser seit über zehn Jahren international gefragte Choreograph*innen und Kompanien ins Saarland holen, die die Vielfalt und den Ausdrucksreichtum des aktuellen Tanzgeschehens widerspiegeln. Das Tanzfestival Saar 2026 findet vom Freitag, 6. März, bis Mittwoch, 18. März, statt. Erstmals ist das Le Carreau in Forbach nach der Corona-Zeit wieder als Aufführungsortsort dabei, neue Veranstaltungsstätten im Programm des Tanzfestivals Saar sind die Gebläsehalle in Neunkirchen und das Kulturgut Ost in Saarbrücken.
Auch ein passendes Rahmenprogramm darf natürlich nicht fehlen: So gibt es am 7. und 10. März direkt nach den Aufführungen in der Alten Feuerwache im gemütlichen Weinbistro Hauck Talks mit Künstler*innen des Tanzfestivals Saar. Am 14. März nach dem Ballettabend Frida im Großen Haus lädt die portugiesische Sängerin Inês Moreira begleitet von einem Gitarristen zum Konzert im Mittelfoyer.
Das Tanzfestival Saar wäre ohne Sponsoren kaum zu verwirklichen. Darum danken wir ganz besonders der Staatskanzlei des Saarlandes und Victor’s Residenz-Hotels für die großzügige Unterstützung.
HIER DIE HIGHLIGHTS DES TANZFESTIVALS SAAR AUF EINEN BLICK
- Magisch startet das Tanzfestival Saar am 6. März 2026, um 19.30 Uhr im Großen Haus mit Cinderella in der Choreographie von Stijn Celis. Dieses Handlungsballett war 2003 für Les Grands Ballets Canadiens in Montreal entstanden und wurde bislang von mehreren mitteleuropäischen Kompanien übernommen. Stijn Celis benutzt dafür die wunderbare Cinderella-Ballettmusik von Sergei Prokofjew, die erstmals 1945 im Bolshoi-Theater in Moskau erklang. Der Ballettdirektor des Saarländischen Staatsballettes erzählt dabei die berühmte Geschichte des Aschenputtels als modernes Märchen, ohne dabei auf den Zauber zu verzichten. So bildet die verstorbene Mutter eine zentrale Rolle in der Choreographie, die im Verlauf des Stückes immer wieder als gute Fee in Traumsequenzen auftaucht. „Ich freue mich auf die Einstudierung von Cinderella“, sagt Ballettdirektor Stijn Celis. „Sie stellt für mich und das Staatsballett quasi eine Neuproduktion dar, denn alle Mitwirkenden haben Cinderella noch nicht getanzt und begegnen so dieser lebendigen Neuinterpretation das erste Mal.“
- 6. März 2026, 19:30 Uhr, Großes Haus (anschließend große Premierenfeier mit Musik)
- März 2026, 18:00 Uhr, Großes Haus
Cinderella Choreographie: Stijn Celis
Saarländisches Staatsballett
- In ihrem neuen Stück Hype the Pain richtet das Ensemble Miller de Nobili – Förderpreisträger der Landeshauptstadt Dresden 2025 – den Blick auf die digitale Welt: einen Raum, in dem Ironie zum Bewältigungsmechanismus wird, Fake News sich schneller verbreiten als Fakten und flüchtige Bilder unbemerkt Ideologien formen. Witze werden zu Schutzschilden, Unbehagen versteckt sich hinter Pointen, und der Ruf nach Aufmerksamkeit wird zur Performance. Bewegung und fragmentierte Stimmen treffen in Hype the Pain aufeinander: ein Echo der Reizüberflutung und verzerrten Realität sozialer Medien. Ist es noch ein Spiel, wenn die Regeln verschwimmen und niemand mehr weiß, wer die Fäden zieht? Gestalten wir das digitale Zeitalter – oder gestaltet es uns?
- März 2026, 19:30 Uhr, Alte Feuerwache
Miller de Nobili
Hype the Pain
Choreographie: Maria Chiara de Nobili, Alexander Miller
- Zwei wahrlich hochkarätige Choreographen in einem Programm: Der Kamea Dance Company (zu Hause in Beer Scheva im Süden Israels) unter der künstlerischen Leitung von Tamir Ginz ist es gelungen, von Jacopo Godani – Tänzer in William Forsythes Frankfurter Kompanie und von 2015 bis 2023 Leiter der Dresden Frankfurt Dance Company – eine Uraufführung zu erhalten. In Omniforgespielt Godani virtuos mit den Elementen des klassischen Tanzes und formt sie zu einer neuartigen Bewegungssprache.
Etwas Vergleichbares tut auch Andonis Foniadakis, nur auf athletischere Weise. Sein tänzerisches Vokabular ist um zeitgenössische Techniken erweitert, so dass er einen unverwechselbaren hochdynamischen Stil entwickeln konnte. Den man im Saarland 2018 kennenlernte, als das Saarländische Staatsballett Foniadakisʼ Selon désir präsentierte. Sein Stück Kosmos wurde seit der Uraufführung von mehreren Kompanien übernommen.
- März 2026, 18:00 Uhr, Großes Haus
Kamea Dance Company
GODANI & FONIADAKIS
Omniforge (2025)
Choreographie: Jacopo Godani
Kosmos (2014)
Choreographie: Andonis Foniadakis
- Anna Konjetzky – die gerade zum dritten Mal eine dreijährigen Optionsförderung der Landeshauptstadt München erhalten hat und den saarländischen Tanzfans seit ihren Uraufführungen ground (2017) und We are here (2019) gut bekannt – befasst sich in tomorrow…we…were mit Nostalgie, dem Festhalten am vermeintlich früher Besseren. Individuell wie gesamtgesellschaftlich empfindet sie Nostalgie wieder als einen starken Motor, nicht nur als Exit aus einer unsicheren Gegenwart, sondern als Projektion der Zukunft. In einer auseinandergezogenen Halfpipe sind sechs Performer gleichzeitig vorwärts- und rückwärtsgewandt, was ihre Dynamik angeht. Die Beatles-Zeile »Yesterday, all my troubles seemed so far away« wirkt wie ein Rettungsanker. Doch können wir die Verklärung des Vergangenen in eine Zukunftsvision verwandeln?
- März 2026, 19:30 Uhr, Alte Feuerwache
Anna Konjetzky
tomorrow…we…were
Choreographie: Anna Konjetzky
- Theater ANU erforscht seit vielen Jahren ein sensorisch-sinnliches Theater der Begegnungen. Das Berliner Ensemble baut immersive Welten in öffentlichen Räumen: poetische theatrale Kaleidoskope in der Natur. Für das Tanzfestival Saar wird Theater ANU das Kulturgut Ost in einen Ort außerhalb der Zeit verwandeln. Chimären, Trugbilder aus Sein und Schein, halb Mensch, halb Tier, werden in den Käfig geschickt, um nach alter Arena-Tradition aufeinander losgelassen zu werden. Zur bloßen Unterhaltung der anwesenden Besucher*innen? Die Zuschauer*innen von The Cage sind eingeladen, sich selbst wahrzunehmen und herauszufinden, was die Begegnung mit dem Ungeheuerlichen in einem auslöst und was es bedeutet, vom Voyeur zum Akteur zu werden, sich schließlich selbst im Tanz zu spüren. Ein theatral-tänzerisches Erlebnis!
- und 12. März 2026, 20:00 Uhr, Kulturgut Ost
Theater ANU
The Cage (Uraufführung)
Inszenierung: Bille und Stefan Behr
- Was haben Fußball und Tanz gemeinsam? Auf jeden Fall die Beinarbeit. Und beides ist sowohl körperliche Tätigkeit als auch Kunst. Der algerisch-französische Choreograph Moncef Zebiri, der seit Herbst 2025 das Centre Chorégraphique National in Rillieux-la-Pape bei Lyon leitet, interessiert sich seit langem für die Verbindung von Tanz und Fußball. In seinem Hip-Hop-Stück Le BLOCK ∙ CCNR Joga Bonitowollte er die Energie des Fußballspiels mit tänzerischen Mitteln zum Ausdruck bringen wollte. Es geht um die Schönheit der Bewegung, ohne das Ziel, die (künstlerische und sportliche) Performance, aus den Augen zu verlieren. Der Titel des Stücks ist eine speziell in Brasilien geläufige Phrase, die soviel wie »schönes Spiel« bedeutet: Gemeint ist ein fußballerischer Stil, der in erster Linie durch Geschicklichkeit, große technische Fertigkeiten und Kreativität gekennzeichnet ist.
- März 2026, 19:00 Uhr, Gebläsehalle, Neunkirchen
Le BLOCK ∙ CCNR Joga Bonito
Choreographie: Moncef Zebiri
- Ausgangspunkt des nächsten Stückes ist das Festival von Schiras im Süden Irans, das zwischen 1967 und 1977 im Süden Irans stattfand. Seine Berühmtheit leitete sich davon ab, dass es die Beziehung zum Publikum und die Präsentation von Kunstwerken radikal neu dachte.
Armin Hokmi, in Iran geboren und heute in Oslo und Berlin lebend, verortet in Shiraz das Festival in unserer Gegenwart, indem er es in Form einer Tanzperformance neu belebt und transformiert. Shiraz – mit großem Erfolg beim Tanzfestival von Montpellier uraufgeführt – ist Hommage und fiktiver Ort zugleich. Die Choreographie versucht, die Visionen des Festivals von Schiras nachzuvollziehen: die Leidenschaft für die Live-Künste, deren Autonomie und die gemeinsamen Wurzeln über geografische Grenzen hinweg.
- März 2026, 20:00 Uhr, Le Carreau, Forbach
Armin Hokmi
Shiraz
Choreographie: Armin Hokmi
- Das Ballett Frida würdigt sowohl das intensive Leben als auch das vielschichtige Werk der zur Ikone gewordenen mexikanischen Malerin Frida Kahlo. Eindrucksvoll hat die belgisch-kolumbianische Choreographin Annabelle Lopez Ochoa Frida Kahlos von Schmerz, Leidenschaft und Kreativität geprägte Biografie in eine Reihe eindringlicher Szenen verwandelt. Mit einem feinen Verständnis für die weibliche Emotionalität lässt Annabelle Lopez Ochoa Tanz und Malerei performativ miteinander verschmelzen – die Bewegungen spiegeln Intensität und Ausdruckskraft von Frida Kahlos Kunst wider. Annabelle Lopez Ochoa hat mit Frida ein Ballett kreiert, das nach seiner Uraufführung 2020 durch das Niederländische Nationalballett von Kompanien in den USA, China, Chile und Polen übernommen wurde. Das Ballett Dortmund in Verbindung mit dem NRW Juniorballett tanzt dieses beeindruckende Werk als erstes deutsches Ensemble.
- März 2026, 19:30 Uhr, Großes Haus
Ballett Dortmund | NRW Juniorballett
Frida
Choreographie: Annabelle Lopez Ochoa
- Wie es schöner Brauch geworden ist, zeigt auch die Jugendtanzgruppe des Saarländischen Staatstheaters, iMove, ein neues Stück. In ver_rückt setzt die Choreographin Claudia Meystre in Zusammenarbeit mit den Ensemblemitgliedern ganz auf folgendes Motto: Manches heute scheint verrückt zu sein oder ist zum Verrücktwerden. Man soll sich aber auch nicht verrückt machen. Denn ein bisschen abgefahren zu sein, das kann nicht schaden, oder?
- März 2026, 18:00 Uhr, Alte Feuerwache
iMove
ver_rückt (Uraufführung)
Choreographie: Claudia Meystre
- Kader Attou und seine 1989 gegründete Compagnie Accrorap zählen immer noch zu den wichtigsten Hip-Hop-Ensembles Frankreichs. 2022 brachte Attou Les Autres zum Tanzfestival Saar und verzeichnete damit einen durchschlagenden Erfolg. Nun kommt die Compagnie Accrorap wieder ins Saarland. Mit Prélude hat der Hip-Hop-Pionier erneut ein dynamisches und mitreißendes Stück kreiert: Die eindringliche Musik von Roman Dubois trifft auf die tänzerische Energie der Tänzer – die sich stetig steigernde Dynamik der Bewegung mündet in ein erlösendes Finale. Prélude war Attous erste Arbeit an seiner neuen Wirkungsstätte im Süden Frankreichs: in Marseille, wo das neue Kulturzentrum Friche la Belle de Mai jetzt die Heimat der Compagnie Accrorap ist.
- März 2026, Saarlouis, 20:00 Uhr, Theater am Ring, Saarlouis
Compagnie Accrorap
Prélude
Choreographie: Kader Attou
FESTIVALPASS
Ab vier Vorstellungen gibt es wieder den Festivalpass, damit können Tanzfans 25 Prozent Ermäßigung auf den regulären Ticketpreis erhalten. Der Festivalpass ist ausschließlich an der Vorverkaufskasse des Saarländischen Staatstheaters erhältlich – entweder telefonisch unter (0681) 3092-486 oder direkt vor Ort am Schillerplatz.
Karten für das Tanzfestival Saar 2026 gibt es an der Vorverkaufskasse des Saarländischen Staatstheaters, Schillerplatz 2, 66111 Saarbrücken oder online unter www. Staatstheater.saarland.
Die Öffnungszeiten der Vorverkaufskasse: Dienstag bis Freitag: 10–18 Uhr, Samstag: 10–14 Uhr
Telefon (0681) 3092-486 | Fax (0681) 3092-416 | E-Mail kasse@staatstheater.saarland































