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Das Leben in 60 Minuten

Der Dramatiker Peca Stefan lässt die Zuschauer in einer Stunde ihre eigene generationen- und grenzüberschreitende Geschichte des Alterns schreiben. 

Das Thema „Alter“ ist nahezu unerschöpflich: der demografische Schwund in den Industriestaaten dem ein explodierendes Bevölkerungswachstum weltweit gegenübersteht; die Überalterung der Gesellschaft mit all den Auswirkungen auf das Gesundheitssystem, auf Wirtschaft, Politik und Kultur. So ist es nicht verwunderlich, dass der rumänische Dramatiker Peca Stefan nach seinen Recherchen in Temeswar und Karlsruhe genug Material für fünf Stücke beisammen hatte.
Und so entschied er sich, das Publikum selbst entscheiden zu lassen, was es sehen möchte. Die Zuschauer beantworten Fragen und stimmen ab, welche Szenen gezeigt werden: Da gibt es etwa die Entbindungsgespräche, eine düstere Zukunftsvision, in der ungeborene Kinder selbst darüber entscheiden können, ob sie geboren werden möchten oder nicht. Oder die Geschichte des 637 Jahre alten Dracula, der sich zur Ruhe setzen will und am deutschen Sozialsystem scheitert. Und zu guter Letzt das Altersheim als Endstation, in dem sich fremde Pfleger um die Bewohner kümmern und der Tod von Freunden und Bekannten zum Alltag gehört. Die Szenen aus Anfang, Mitte und Ende des Lebens setzt das Publikum selbst zusammen und schreibt so jeden Abend seine eigene Geschichte des Alterns. Eine Geschichte, die über Alters- und Ländergrenzen hinausgeht, umgesetzt von zwei deutschen und zwei rumänischen Schauspielern. Wie genau sie aussieht, bleibt bis zum Ende offen, doch eines kann schon im Voraus verraten werden: Spannend wird sie auf jeden Fall. (tbr)

Foto © Felix Grünschloß


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