Von innen heraus
Zwei kleinformatige Performances besetzen die Räume der Bibliothek und fordern zur Beobachtung unserer Umgebung und unserer Verhaltensweisen auf.
Im Rahmen des Netzwerks Performing Cities setzt das Theater Le Maillon den Weg fort, den es in der vorherigen Spielzeit mit Walking the city und Ceci n’est pas eingeschlagen hat: Es beleuchtet das Verhältnis zwischen Zuschauern und Bewohnern einer Stadt, sowie dem städtischen Raum selbst. In The Quiet Volume sitzen zwei Zuschauer/Teilnehmer im Lesesaal einer Bibliothek und folgen den Anweisungen, die ihnen über einen Kopfhörer gegeben werden. Sie sollen die spezifischen Besonderheiten dieses Raums beobachten und die Handlungen der Leser (ihre eigenen eingeschlossen) analysieren. Dadurch schaffen sie „ein Theater der allmählichen Verfertigung der Gedanken beim Sehen, Hören, Lesen“, wie Doris Meierhenrich in der Berliner Zeitung schrieb. In Regards à contre-jour lauscht ein Zuhörer, allein in einem anderen Raum der Bibliothek, einer sonoren Stimme. Vor seinen Augen treffen Vergangenheit und Gegenwart aufeinander. Denn auf dem Tisch vor ihm liegt Archivmaterial, durch das Fenster blickt er auf die Stadt. Die beiden Briten Ant Hampton (Tongestaltung) und Tim Etchells (künstlerischer Leiter der großartigen Compagnie Forced Entertainment) bieten hier zwei sich gegenseitig ergänzende Performances, in denen der Besucher Akteur (oder Zuschauer) ist, der zum selbstständigen Denken aufgefordert wird. (S.D.)
Foto: The Quiet Volume © Lorena Fernandez































