Le 1er web magazine spectacles | Grand Est transfrontalier
Das 1. Webmagazin der darstellenden künste | Grenzüberschreitende Region Grand Est

Im Namen des Vaters

Nachdem das belgische Kollektiv Peeping Tom mit Le Jardin, Le Salon und Le Sous-sol bereits unsere Wohnverhältnisse beleuchtet hat, setzt es sich in seiner neuen Trilogie mit dem Thema Familie auseinander. Der erste Teil Vader erkundet die verschlungenen Pfade des Alters.

Seit 2000 widmen sich die Argentinierin Gabriela Carrizo und der Franzose Franck Chartier der Beobachtung unseres Lebens, unserer Innenräume und der Geister, die sie bewohnen, indem sie in einer stets äußert filmischen Herangehensweise die Grenzen zwischen den Disziplinen aufheben. Ihr Stück Vader („Vater“ auf Flämisch), das vor wenigen Monaten uraufgeführt wurde, bildet den Auftakt einer Familientrilogie, die noch im Entstehen begriffen ist. Die Hauptfigur ist ein alter Mann, der in einem schlossähnlichen Seniorenheim lebt. Umgeben von anderen Heimbewohnern, hängt er tagein tagaus seinen Erinnerungen nach (an reale oder imaginäre Erlebnisse) und grübelt über die verstreichende Zeit und die Besuche seiner Familie nach. Mit viel Humor richtet das Kollektiv einen realistischen und einfühlsamen Blick auf unsere Existenz und streut ganz nach seiner Gewohnheit immer wieder Musik- und Tanzeinlagen ein, die surrealistischen Ausbrüchen gleichen. Der Zauber wirkt, getragen von den Schauspielern, die den Regisseuren des Kollektivs seit Jahren treu zur Seite stehen. Während die einen ein Liedchen anstimmen, lassen sich andere zu ein paar Walzerschritten hinreißen, und diese gebrechlichen Wesen bescheren uns einen poetischen Augenblick außerhalb der Zeit. (C.T.)

Photo © Herman Sorgeloos

Eine Co-Veranstaltung mit Pôle Sud


WIR EMPFEHLEN AUCH

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Currently Playing

Szenik auf Facebook