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Der Kampf um inneren Frieden

Das Opernhaus Zürich präsentiert die Schweizerische Erstaufführung der Tragödie Orest, eine Fortsetzung der Oper Elektra von Richard Strauss. Eine preisgekrönte Besetzung verspricht Trubel, widersprüchliche Gefühle und dramatische Musik.

Am Ende von Elektra tötet Orest, im Auftrag des Gottes Apollon, seine Mutter und ihren Liebhaber, um den Mord an seinem Vater Agamemnon zu rächen. Der Vorhang fällt und zurück bleiben sich im Blutbad ertrinkende Rachegefühle.
Manfred Trojahn schrieb 2011 die Fortsetzung dieser Oper und setzt sich mit den Gewissensqualen Orests auseinander. Dieser kann, nun nach Vollendung seiner Tat, keine Ruhe finden. Alle empfundenen und ausgesprochenen Worte der puren Rache verwandeln sich nun in intensive und gnadenlose Schuld. Dabei wird eine unerbittliche, einsame Welt aus Wahnvorstellungen und Befreiungsversuchen kreiert. Als Orest 2012 in Amsterdam erstmalig aufgeführt wurde, bekam es noch im selben Jahr von der Opernwelt den Preis für die „Uraufführung des Jahres“. Die Presse lobte den Komponisten, der die Musik und das Libretto selbst verfasste, und bezeichnete ihn als „(…) Meister der Stimmungen“.
Diese gewaltige Gefühlslage soll sich musikalisch und szenisch bis zum letzten Zuschauerplatz ausbreiten. Diese Herausforderung wurde vom Bariton Georg Nigl, den das Opernhaus Zürich für diese Rolle gewinnen konnte (und der 2015 von der Opernwelt zum „Sänger des Jahres“ gekürt wurde) und vom renommierten Regisseur Hans Neuenfels (der im letzten Jahr für sein Lebenswerk mit dem Faust-Preis ausgezeichnet wurde) mit Enthusiasmus angenommen. Letzterer ist dafür bekannt, nie vor Neuerungen zurückzuschrecken und mit Rebellion auf die Theaterbretter zu treten.
Die griechische Tragödie trifft in dieser Produktion auf zeitgenössische, große Meister. Sensible Herzen können sich schon jetzt warm anziehen… (J.L.)

Erik Nielsen, musikalische Leitung
Hans Neuenfels, Inszenierung
Georg Nigl, Orest
Ruxandra Donose, Elektra

Foto © Judith Schlosser


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