Der Sound-Pionier
Der Tiroler Musiker erschafft einzigartige, sphärische Klänge mit außergewöhnlichen Mitteln wie dem Hang, sirrenden Magneten oder einem Fagott.
Das Instrument, dem Manu Delago seine sphärischen, sinnlichen Töne entlockt, sieht aus, wie zwei Woks, die man aufeinander gesetzt hat. Der Hang ist in der Instrumentengeschichte eine absolute Neuheit – vor fünfzehn Jahren haben ihn Schweizer Instrumentenbauer ausgehend von der Steelpan aus Trinidad weiter entwickelt. Die Töne, die Delago aus diesen Stahlschalen herausholt, sind einzigartig: fließend wie die einer Harfe, behutsam wie die einer Klangschale und dabei doch so präzise und kräftig, als sei ein Synthesizer am Werk. Es ist das perfekte Instrument, um die träumerischen Songs seines neuen Albums Silver Kobalt umzusetzen. Und es soll nicht das einzige ungewöhnliche Instrument bleiben: zwei Magnete, die sich in die Luft geworfen, schnell umeinander drehen und ein elektrisierendes Sirren hervorrufen gehören ebenso zu Delagos außergewöhnlichem Instrumentarium wie das Fagott, das in der Popmusik eine eher untergeordnete Rolle spielt. Aber der in London lebende Musiker macht eben auch keine klassische Popmusik. Seine sphärischen Klänge lassen sich weder dem Pop noch der Elektromusik oder dem Jazz zuordnen. Treibende Beats, leicht perlende Hang-Töne, das Seufzen des Fagotts, sirrende Magnete, das alles in immer neuen Kombinationen, neuen Stimmungen und neuen Tempi. Delago ist ein wahrer Sound-Pionier. (T.B.)
Foto © Daniel Shaked
Weitere Informationen
- Homepage von Manu Delago (EN)
- Rezension des Albums Silver Kobalt auf musikblog.com
- Die Kleine Zeitung über den Musiker































