Klischeebruch
Mit ihrer Performance des philippinischen Macho Dances, bricht Eisa Jocson ein Tabu und enthüllt die Vorurteile gegenüber dem „Männlich sein“.
Eine schlanke, junge Frau tritt mit breitbeinigen Schritten auf die Bühne, an den Füßen trägt sie Cowboystiefel. Eisa Jocson zeigt mit ihrer Vorstellung eine genaue Studie über den Macho Dance, nur auf den Philipinen verbreiteter Stripptanz, der sich von anderen Tänzen dieser Sparte unterscheidet. Ein Mann verführt mit seinen sinnlichen, verherrlichten Slow-Motion Bewegungen weibliche und männliche Zuschauer in den philippinischen Bars. Im Hintergrund laufen Powerballaden von Mariah Carey oder Celine Dion, welche die sexuellen Objekte durch ihre schweren, nostalgischen Klänge antreiben.
Jetzt macht es ihnen eine Frau gleich: Und Eisa steht den Männern in Nichts nach. Sie zeichnet mit ihrem Gang, ihrer Körperhaltung, den Schwüngen und Drehungen sowie ihrer Mimik, ein präzises und authentisches Bild – und transformiert sich durch die Kontrolle ihrer Körpereigenschaften zum männlichen Sexsymbol, ganz ohne Verkleidung. Mit Übungsstunden von Macho Dancern, hat die professionelle Balletttänzerin es geschafft darzustellen, was in den Augen unserer Zeit als männlich gilt und entlarvt damit, dass die maskulinen Attribute an erotisierte Klischees gebunden und erlernbar sind. (C.S)
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