Tango als Lebensgefühl
Mit argentinischem Tango inszeniert die Compagnie Estro einen sinnlich-emotionalen Dialog zwischen zwei Tänzern und zwei Musikerinnen: Marisa Mercadé am Bandoneon und Vanessa Garcia an der Perkussion.
Beim Tango spielt Improvisation eine wichtige Rolle – so auch in Los Abrazos, wo es um die Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau, aber auch generell um Körperbeziehungen zwischen Menschen geht. Los Abrazos, „Umarmungen“, handelt vom Zusammenkommen und Auseinanderdriften. Auf einer kargen Bühne entspinnt sich das Wechselspiel von Musik und Tanz mit dem Licht als einzigem Zeugen (Lichtgestaltung: Arnaud Poumarat). Wenn Ximena Zalazar Firpo und Willem Meul mit ihren eng getanzten Figuren dem Rhythmus des Schlagzeugs, eines im Tango fremden Instruments, und den Klangspiralen des Bandoneons folgen, erschaffen sie eine verwirrende, berührende Sprache der Verschmelzung. Tanz und Musik wechseln zwischen herzzerreißend und melancholisch, lassen eine komplexe Volkskultur aufleben und ziehen uns in ihren Bann. (V.B.)
Foto: Michel Demas































