In Höchstgeschwindigkeit
Eine ganze Oper in nur zwei Wochen schreiben? Selbst unter den heutigen technischen Voraussetzungen nahezu ein Ding der Unmöglichkeit, doch Rossini gelang dieses Meisterstück voller Witz und Ironie bereits vor 200 Jahren!
Man stelle sich vor: Diese opera buffa von Gioachino Rossini wurde in gerade einmal 13 Tagen komponiert! Und das, obwohl zu Beginn weder das Libretto feststand, noch Sänger für die Uraufführung engagiert waren. Ein erster Textvorschlag wurde sogar noch als zu alltäglich abgelehnt, obwohl Rossini gerade einmal ein Monat Zeit zur Verfügung stand. Ein höherer Leistungsdruck ist wohl kaum vorstellbar. Nichtsdestotrotz wurde sie zu einem echten Welterfolg und gehört ins Standardrepertoire eines jeden Opernhauses.
Die Handlung in aller Kürze: Graf Almaviva hat sich in die schöne Rosina verliebt und möchte sich ihr unter falschen Namen annähern, damit ihre Liebe echt und nicht nur seinem Titel gebührt, aber auch, um den geldgierigen Dr. Bartolo zu täuschen, der ebenfalls überlegt, sein Mündel Rosina zu heiraten. Unterstützt wird Almaviva dabei vom Friseur Figaro. Insgesamt zweimal treffen die jungen Liebenden aufeinander, Almaviva beim ersten Mal in Gestalt eines betrunkenen Soldaten, beim zweiten Mal als falscher Musiklehrer. Gelingt de Täuschung oder muss Rosina doch ihren geizigen Vormund heiraten?
Trotz der großen Hast bei der Komposition strotzt das Werk nur so vor Witz, Ironie und Humor, die Rossini geschickt in die Partitur einbaute. Überzeugen Sie sich am besten selbst von der Raffinesse dieses so eilig auf die Beine gestellten Werkes! (R.S.)































