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FARaway – Festival des Arts à Reims: Das neue Festival der darstellenden Künste beweist in doppelter Hinsicht seinen Wunsch nach Offenheit und Engagement.

 

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TOUT LE BIEN von Jan Lauwers (Foto: Phile Depriez)

Wovon berichten uns die Künstler*innen unserer Zeit? Was ist mit Theater, Tanz, Musik oder Performance jenseits unserer Grenzen? Wie werden politische, soziale und wirtschaftliche Themen gelebt, umgeleitet oder integriert? All diese Fragen tragen zur Identität dieses neuen multidisziplinären Festivals bei, das sich zum Ziel gesetzt hat, Künstler aus allen Ländern vorzustellen, und zwar mit einem Programm, dessen Formen und Themen vielfältig sind.

Als Ergebnis einer Zusammenarbeit der sieben kulturellen Strukturen der Stadt Reims ist das Festival FARaway auch Teil einer neuen Dynamik mit einem resolut kollegialen Programm und thematischen Routen, die es den Zuschauern ermöglichen, von einer Bühne zur anderen zu gelangen, eine Aufführung nach der anderen zu verfolgen und alle Vorstellungen zu besuchen.

FARaway, die Erste!

FAraway bringt die darstellenden Künste – Tanz, Performance, Theater, Musik – und Künstler*innen aus allen Lebensbereichen zusammen, die einen scharfen, einzigartigen und manchmal beunruhigenden Blick auf unsere Welt werfen, insbesondere auf den afrikanischen Kontinent und Brasilien. In diesem künstlerischen Sprudeln entsteht eine ebenso engagierte wie anregende zeitgenössische Szene, die sowohl politisch als auch ästhetisch zu Wort kommt.

Verankert in der Realität oder als Dokumentarfilm stellen viele der Veranstaltungen kritische Aspekte unserer Geschichte in Frage:

  • Der Choreograf Faustin Linyekula erforscht die allgegenwärtigen Wunden der kolonialen Vergangenheit des Kongo… (CONGO vom 1. bis 2. Februar 2020 im Manège).
  • Der Schweizer Regisseur Milo Rau rekonstruiert eines der Rädchen der Völkermord-Maschine in Ruanda (HATE RADIO vom 1. bis 2. Februar 2020 in der Comédie de Reims)
  • David Geselson beschreibt den Kampf um die Bürgerrechte durch ein militantes Porträt von Nina Simone (LE SILENCE ET LA PEUR vom 4. bis 5. Februar 2020 in der Comédie de Reims).

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FURIA von Lia Rodrigues (Foto: Manège, scène nationale-Reims)

  • Jan Lauwers stellt Identitätsabweichungen in Frage (TOUT LE BIEN vom 8. bis 9. Februar 2020 in der Comédie de Reims).
  • Die militante Choreografin Lia Rodrigues verurteilt die Brutalität der brasilianischen Gesellschaft in FURIA (vom 7. bis 8. Februar 2020 in der Manège).
  • Die unverzichtbare Regisseurin Christiane Jatahy setzt sich mit den Herrschaftsverhältnissen im heutigen Brasilien auseinander (JULIA vom 6. bis 7. Februar 2020 im Atelier der Comédie de Reims) und liefert ein überwältigendes der zeitgenössischen Migration (LE PRÉSENT QUI DÉBORDE vom 31. Januar bis 1. Februar 2020 in der Comédie de Reims).

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JULIA von Christiane Jatahy (Foto: Marcelo Lipiani)

Die heutige Welt in Frage stellen

Die aktuelle Bühnenkunst bringt auch andere Verpflichtungen mit sich, vielleicht weniger frontalpolitisch, aber genauso intensiv:

  • Der Zirkusartist Vasil Tasevski präsentiert ein sehr persönliches Stück über das Umherirren (LES FRONTIÈRES DE LA COULEUR vom 1. bis 9. Februar 2020 in der Manège).
  • Der Brasilianer Luiz de Abreu setzt sich in einem fieberhaften Solo mit der Gender-Frage auseinander (O SAMBA DO CRIOULO DOIDO am 2. Februar 2020 in der Comédie de Reims).
  • Die „Supergruppe“ Les Amazones d’Afrique vereint de größten Sängerinnen (Angélique Kidjo, Kandia Kouyaté, Mamani Keïta…), um sich für die Frauenrechte einzusetzen (am 30. Januar 2020 in der Cartonnerie).

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Les Amazones d’Afrique (Foto: Festival FARaway)

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GUERRIÈRES von Lucie Antunes und Uriel Bathélémi

Beziehungen knüpfen

Debatten, Gespräche (Radio Live, Foule continentale), Symposien (Les langues… des rives différentes) und künstlerische Performanz-Darbietungen werden ebenso unser Verhältnis zur Welt hinterfragen. Beziehungen werden geknüpft, Resonanzen werden von Veranstaltung zu Veranstaltung hergestellt, basierend auf Körpern, Sprachen und pluralen Kulturen, die sich voneinander ernähren.

In einer Zeit, in der unsere Gesellschaften von der Versuchung zerrissen werden, sich in sich selbst zurückzuziehen und andere abzulehnen, erinnert uns das Festival FARaway daran, wie sehr das Wort von aktiven Künstler*innen gebraucht wird, um unsere Gegenwart und die Welt von morgen besser zu verstehen.

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RADIO LIVE von Aurélie Charon, Caroline Gillet und Amélie Bonnin (Foto: Yannick)


Weitere Informationen auf der Festivalseite: www.farawayfestival.eu


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