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Der ungarische Regisseur Kornél Mundruczó präsentiert „Die sieben Todsünden“ von Kurt Weill und Bertolt Brecht in einer Fassung für 15 Spieler.

 

Kurt Weill komponierte sein „Ballett mit Gesang“ im Pariser Exil, wohin er nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten geflohen war. Ein letztes Mal tat er sich mit Bertolt Brecht zusammen, mit dem er bahnbrechende Musiktheaterwerke wie MAHAGONNY und DIE DREIGROSCHENOPER kreiert hatte. Am 7. Juni 1933 erlebten DIE SIEBEN TODSÜNDEN im Pariser Théâtre des Champs-Élysées in deutscher Sprache ihre Uraufführung.

 

Um Geld für ein kleines Eigenheim am Mississippi zu verdienen, werden die Schwestern Anna I und Anna II aus den Südstaaten von ihrer Familie auf eine siebenjährige Reise durch sieben US-amerikanische Städte geschickt.

„Die eine der beiden Annas ist die Managerin, die andere die Künstlerin; die eine (Anna I) ist die Verkäuferin, die andere (Anna II) ist die Ware“, erläutert Bertolt Brecht zu Beginn seines Librettos und lässt Anna I singen: „Wir sind eigentlich nicht zwei Personen, sondern nur eine einzige. Wir haben eine Vergangenheit und eine Zukunft, ein Herz und ein Sparkassenbuch.“

Während die Künstlerin Anna II anfangs noch auf ein Leben beharrt, das menschliche Eigenschaften und Anwandlungen wie Faulheit, Lust, Stolz oder Zorn erlaubt, treibt ihr anderes Ich Anna I sie zu immer mehr Selbstoptimierung und Anpassung an die Gesetze des Marktes.

Kornél Mundruczó gehört sowohl als Film- wie auch als Opern- und Schauspielregisseur zu den aufregendsten Künstlern Europas. Die Produktionen seines ungarischen Proton Theatre sind auf den Theaterfestivals in Avignon, Salzburg, Brüssel, Adelaide, Seoul oder bei der RuhrTriennale zu sehen, während Mundruczós Spielfilme wie DELTA (2008) oder UNDERDOG (2014) z. B. in Cannes mehrfach ausgezeichnet wurden.

Gemeinsam mit der Autorin Kata Wéber war er mit der Schauspielproduktion IMITATION OF LIFE (2017) für den Deutschen Theaterpreis Der Faust nominiert. Als Musiktheaterregisseur debütierte Mundruczó 2014 an der Vlaamse Opera Antwerpen mit einer zugleich politischen, sinnlichen wie intelligenten Verknüpfung aus Bartóks HERZOG BLAUBARTS BURG und Schuberts WINTERREISE.

Seine Inszenierung der SIEBEN TODSÜNDEN kombiniert Mundruczó mit dem Schauspiel MOTHERLAND der Autorin Kata Wéber, mit der er kontinuierlich zusammenarbeitet. Diese Uraufführung greift Weills und Brechts Thema der kapitalistischen Ausbeutung und Machtausübung innerhalb von Familien auf und führt es in unsere Gegenwart: Eine Mutter trainiert ihre kleine Tochter für eine Schönheitskonkurrenz und schreckt selbst vor drastischen Maßnahmen nicht zurück …


BESETZUNG

Musikalische Leitung Ektoras Tartanis
Regie, Konzept Kornél Mundruczó
Adaption Kata Wéber
Bühne Márton Ágh, Kornél Mundruczó
Kostüme Pia Salecker
Musik MOTHERLAND Asher Goldschmidt  
Dramaturgie Soma Boronkay, Rüdiger Bering

Mit Nora Buzalka, John Carpenter, Roberto Gionfriddo, Jin Seok Lee, Junbum Lee, Inga Schäfer u. a. sowie dem Philharmonischen Orchester Freiburg

In Kooperation mit Proton Theatre Budapest


PRAKTISCHE INFORMATIONEN

  • Premiere 2019 / 2020
  • Uraufführung der Fassung für 15 Spieler von HK Gruber / Christian Muthspiel
  • Weitere Informationen auf der Website des Theater Freiburg: www.theater.freiburg.de

 

Foto: Theater Freiburg


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