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Von weiblichen Allianzen und skandalösen Forderungen: Mozarts Hochzeit des Figaro im Theater Freiburg

 

Die Regie übernimmt der andorranische Regisseur Joan Anton Rechi, dessen Inszenierung von LOVE LIFE (2017) in Freiburg zu einem echten Publikumsliebling wurde und dem in seinen lebendigen Inszenierungen nichts Menschliches, Allzumenschliches unbekannt zu sein scheint.

 

Es soll der schönste Tag in ihrem Leben werden. Aber leicht wird es dem jungen Paar Susanna und Figaro nicht gemacht, sich das Ja-Wort zu geben. Als Angestellte des gräflichen Ehepaars werden sie zu Spielbällen dessen zerrütteter Ehe und finden sich plötzlich in turbulent- erotischen Verwicklungen wieder, die nicht spurlos an dem jungen Paar vorüber gehen und das gegenseitige Vertrauen einer ersten schweren Prüfung unterziehen.

OPER_HOCHZEIT DES FIGARO_THEATER FREIBURG_C_RAINER MURANYI_SZENIK

Toll, töricht, verwirrt und blind stolpern die Figuren in Mozarts DIE HOCHZEIT DES FIGARO von einer verfänglichen Situation zur nächsten. Man tauscht Kleider und Menschen, versteckt, überlistet, lügt und betrügt. Nur Susanna und die Gräfin bilden über alle Standesgrenzen hinweg eine weibliche Allianz und treiben mit Herzensklugheit und Improvisationsgeschick die Männer durch das Dickicht ihrer selbst verursachten Irrungen.

Die Vorlage zu Mozarts Oper, Beaumarchais’ gesellschaftskritisches Lustspiel DER TOLLE TAG über Missbrauch und Willkür der herrschenden Klasse, geriet 1785 kurz vor der französischen Revolution zu einem politischen Skandal. Aber Lorenzo Da Ponte milderte in seinem Operntextbuch die politischen Schärfen und schärfte die menschlichen Schwächen. Hier stehen Menschen auf der Bühne, deren Tun, auch wenn es fragwürdig ist, nachvollziehbar bleibt. Und die unübertroffene Musik Mozarts verschmilzt mit der Handlung in einer Weise, die bis dato unerhört war und bis heute unerreicht bleibt.


BESETZUNG

Musikalische Leitung Ektoras Tartanis
Regie Joan Anton Rechi
Choreografie Graham Smith
Bühne Sebastian Ellrich

Kostüme Sandra Münchow
Licht Michael Philipp
Chordirektor Norbert Kleinschmidt
Dramaturgie Tatjana Beyer

Mit Michael Borth (Graf), Sarah Traubel (Gräfin), Juan Orozco (Figaro), Katharina Ruckgaber (Susanna), Anja Jung (Marcellina), Inga Schäfer (Cherubino), Jin Seok Lee (Bartolo), Junbum Lee (Basilio), Lukáš Šimonov (Don Curzio), Seonghwan Koo (Antonio), Janina Staub (Barbarina), Margarete Nüßlein (Zwei Frauen), Charis Peden (Zwei Frauen)


PRAKTISCHE INFORMATIONEN

 

Fotos: Rainer Muranyi


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