Ein bekanntes Märchen, neu erzählt und erstmals in Karlsruhe auf der Ballettbühne: Choreografin Kristina Paulin verleiht dem Klassiker Cinderella eine einfühlsame Perspektive. Zwei junge Menschen, die sich in ihrer eigenen Welt fremd fühlen, entdecken, dass manchmal schon eine einzige Begegnung genügt, um alles zu verändern. Mit der live gespielten Musik von Sergej Prokofjew wird das Märchen zu einem bewegenden Ballettabend über Einsamkeit, Zusammenhalt und die Hoffnung auf einen Neuanfang.
Der Mythologe Martin Shaw sagte einmal, Märchen seien wie alte Familienrezepte: Sie wandern von Hand zu Hand, unverändert, bis jemand hier und da eine Prise anderer Gewürze hinzufügt und plötzlich alles eine unerwartete Frische gewinnt.
Genau mit dieser „Prise“ arbeitet die Hauschoreografin Kristina Paulin in ihrer ersten abendfüllenden Kreation für das Badische Staatsballett. Ohne das originale Märchen – u. a. in den Fassungen von Charles Perrault und den Brüdern Grimm – aus dem Blick zu verlieren, erzählt sie es aus einer empathischen, neu belebten Perspektive: Cinderella und der Prinz erkennen sich als Heimatlose. Das Mädchen lebt im eigenen Zuhause wie an einem fremden Ort, ist harter Arbeit und den Misshandlungen von Stiefmutter und Stiefschwestern ausgeliefert. Der Junge ist im Palast Regeln und Erwartungen unterworfen, die ihn immer weiter von sich selbst wegdrängen. Keine:r der beiden fühlt sich dort daheim – und genau das macht ihre Begegnung nicht nur magisch, sondern vor allem: befreiend.
Ein opulent ausgestattetes Märchenballett für die ganze Familie mit Bühnenbild von Sebastian Hannak und Kostümen von Bregje van Balen, live begleitet von der Badischen Staatskapelle. Die Uraufführung Cinderella eröffnet nicht nur einen Raum zwischen Alltag und Außergewöhnlichem, sondern endet auch mit einer besonderen Hoffnung: Manchmal genügt eine Begegnung – und ein kleiner Schubs des Schicksals –, damit die Welt wieder Sinn ergibt.
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