Verbrenn mich, wenn du willst
2013 gastierte die Compagnie Plexus Polaire bereits mit Signaux im TJP. Nun zeigt sie das Figurentheaterstück Cendres in der Inszenierung der Norwegerin Yngvild Aspeli: Eine Reflexion über menschlichen Wahn mit visuellen Mitteln.
Seit ihren künstlerischen Anfängen mit Signaux lenkt Yngvild Aspeli die Compagnie Plexus Polaire in Richtung innerer Gefühlswelten. Das manipulierte Objekt wird zu einem Werkzeug, um den Menschen als komplexes Wesen zu zeigen, der Schauspieler tritt in einen Dialog mit der Marionette – mit diesen visuellen Mitteln werden abstrakte Emotionen zutage gefördert, ohne auf Worte zurückzugreifen.
Durch ihre Bühnenadaption des Romans Bevor ich verbrenne des jungen Autors Gaute Heivoll (erschienen im Verlag Schöffling) zeigt Yngvild Aspeli in Cendres (Asche) den pluralistischen Blick des Schriftstellers auf ein reales Ereignis der jüngeren norwegischen Geschichte. In einem kleinen Dorf im Süden des Landes setzt Ende der 1970er ein Pyromane ein Dutzend Häuser in Brand und verursacht eine kollektive Paranoia. Jahre später blicken zwei Männer auf die Ereignisse zurück: der Sohn eines Feuerwehrmannes und ein Schriftsteller, dem die Tragödie keine Ruhe lässt.
Über die Geschichte hinaus offenbart Cendres das komplexe Innenleben der Figuren. Auch diese können – von den Marionetten wie von den Marionettenspielern selbst verkörpert – unvermittelt einem dunklen Wahn verfallen und von einer unbekannten Kraft übermannt werden. Knisternde Flammen, Furcht einflößende Dunkelheit, Schreie in der Ferne… Cendres verbindet traumähnliche Welten und Selbstreflexion, um in unsere Fantasie abzutauchen. (C.T.)
Foto © Claire Leroux
Weitere Informationen
- Website der Compagnie Plexus Polaire (FR)
- Rezension des Buches Bevor ich verbrenne von Gaute Heivoll im Magazin Le Suricate (FR)































