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Battlefield

Peter Brook
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Comédie de Colmar (Colmar) | 18/01/2017 - 20/01/2017 | 3 Vorstellungen
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Comédie de Reims (Reims) | 08/02/2017 - 09/02/2017 | 2 Vorstellungen
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Nach dem Kampf

30 Jahre nach seinem Mahabharata in Avignon interpretiert Peter Brook den epischen und poetischen Text neu und stellt eine dichtere und radikalere Version vor.

Die Zahl der wirklich legendären Theaterstücke ist letztendlich nicht so groß. Sie sind umso seltener und umso legendärer, da sie wesensgemäß äußerst kurzlebig sind. Mahabharata von Peter Brook gehört zu einem dieser raren Momente. 1985 wagte er sich im Steinbruch Boulbon des Festivals von Avignon an eine Marathon-Adaption des längsten bekannten Epos über neun Stunden. Der Ursprung des Textes in Sanskrit geht zurück ins 10. Jahrhundert vor Christus. Das Mahabharata erzählt in 200.000 Versen (was ungefähr 15 Mal der Bibel entspricht) vom Schicksal der Kauravas und der Pandavas und von ihrem Kampf um die Weltherrschaft. Ein Text, der alle Aspekte des menschlichen Lebens behandelt. Für W. J. Johnson, Übersetzer und Spezialist für Hinduismus, ist er für die Geschichte der Zivilisation ebenso wichtig wie die Bibel, die Ilias und die Odyssee, die griechische Tragödie, der Koran und Shakespeare.
Peter Brook stellte dem Westen also dieses großartige Werk mit einem humanistischen Blickwinkel vor, um zu zeigen, inwiefern es universell anwendbar ist und um das zentrale Thema zu offenbaren: die Verantwortung.
30 Jahre später sind der Humanismus und die Universalität des Stückes immer noch aktuell. Mit Battlefield entledigt es sich aber aller Folklore, die Indien evozieren könnte und welche die Produktion von 1985 in ihrer Epoche verankerte. Aus einem ausufernden Text entwickelt Brook ein einfaches Schauspiel, das auf das Wesentliche reduziert ist. Battlefield spielt sich nach dem großen Kampf ab, bei dem die Pandavas siegen und der Rest der Welt zerstört wird…Vier Schauspieler fragen sich, wie geherrscht werden soll, wenn die ganze Welt zerstört ist und man von Gewissensbissen aufgefressen wird. Mit 90 Jahren verfolgt Peter Brook die Verfeinerung und Konzentration seines Theaters, in dem das simple und frische Spiel die Prägnanz eines Themas betont, das „so heiß wie nie“ ist. (S.D.)


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