Eye of the Tiger
Die Geschichte der Boxlegende Muhammad Ali dient Nicolas Bonneau als Aufhänger, um mit Ali 74, le combat du siècle, einer Mischung aus Film, Erzählung und Konzert, ein Porträt der amerikanischen Gesellschaft der 70er zu zeichnen.
1974 steigt der Ex-Boxweltmeister Muhammad Ali in Kinshasa (im damaligen Zaire) zurück in den Ring, bereit, sich seinen Titel vom damaligen Star George Foreman zurückzuerobern. Niemand scheint auf ihn zu setzen, doch Ali gelingt das Kunststück und er besiegt Foreman. Acht quälende Runden für den Titel einer Legende: Nach dem Kampf des Jahrhunderts 1971 gewinnt er nun auch den Rumble in the Jungle. Ob man sich fürs Boxen interessiert oder nicht – jeder kann den Glanz eines solchen Mythos spüren. Alis erster Boxkampf in Zaire dient Nicolas Bonneau als Aufhänger, um anhand eines Stücks, das Tatsachen, Fiktion, Musik und Archivbilder mischt, an den besonderen gesellschaftspolitischen Kontext der 70er Jahre zu erinnern: an den Kampf der Schwarzen für ihre Bürgerrechte, den Vietnamkrieg und die Revolution der Medien… „Was mich interessiert, ist nicht so sehr der Boxkampf, sondern zu erzählen, wie ein moderner Mythos entsteht, wie man zum Held wird, zu jemandem, der andere durch sein Vorbild ermutigt und ihnen die Kraft gibt, weiter zu kämpfen.“ Das Panorama aus individueller Geschichte und Weltgeschehen nimmt durch die wohl komponierte Musik (von Mikael Plunian und Fannytastic) Gestalt an, während zusätzlich Archivbilder auf die Bühne projiziert werden. Die einfache Sprache, Rock- und Barockmusik, Fakten und Fiktion machen aus Ali 74, le combat du siècle ein interdisziplinäres Stück von so universaler Aussagekraft, dass es für jeden verständlich ist. (C.T.)
Foto © Virginie Meigne
Weitere Informationen
- Die einzelnen Etappen der Entstehung von Ali 74 (FR)
- Vorstellung des Stücks auf Theatre-contemporain.net (FR)































