Zusammen ist man weniger allein
Das Festival Scènes de rue ist mehr als eine bloße Sommerveranstaltung: Es zeigt künstlerische Ambitionen und hofft, ein heterogenes Publikum zusammenzubringen.
Der Vorteil der Straßenkunst liegt in der Möglichkeit, jedermann zu erreichen und zu berühren. Darunter auch nichtsahnende Passanten oder Stadtbewohner, die Kunst eher abgeneigt sind. Der Nachteil ist, dass sie manchmal – im Bestreben, es allen recht zu machen – in seichte Unterhaltung abrutscht, die beim Zuschauer nicht lange hängen bleibt. Das Festival Scènes de rue der Stadt Mülhausen will auf die Vorteile setzen und dabei die Klippen umschiffen. Mit anderen Worten: Es will ein in künstlerischer Hinsicht anspruchsvolles Programm zusammenstellen und damit ein möglichst breites Publikum erreichen. Über zeitgenössischen Tanz und Straßenmusik vom Straßenfest zur Performance: Die 19. Ausgabe wartet mit rund dreißig Darbietungen auf, die allesamt kostenlos sind. Auf diese Weise fördert Scènes de rue den Zugang zur Kultur für alle und stößt zur Reflexion über den öffentlichen Raum an, den die zahlreichen Straßenkünstler einladen, neu zu entdecken – was Sinn und Zweck dieser Art von Kunst ist. Der öffentliche Raum wird hier zu einem Ort geteilter Erfahrungen, zum Ort der „Gemeinschaft“, in dem man lebt und etwas gemeinsam bewirkt, der in unserer heutigen Zeit so fehlt. Anders ausgedrückt: Scènes de rue ist Träger eines echten kulturpolitischen Projekts, das äußerst begrüßenswert ist.































