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Der ultimative Kampf

Eine der größten und rätselhaftesten Tragödien der Antike, in einer Neuübersetzung und schonungslosen Inszenierung.

In den Bacchen des Euripides, 406 vor Christus im Exil verfasst, sucht Dionysos, Gott des Rausches, der Ekstase und der Fruchtbarkeit, die griechische Stadt Theben heim. Doch der König Pentheus weigert sich, Dionysos als Sohn des Zeus und somit als Gott anzuerkennen. In einem schier aussichtslosen Kampf lehnt sich Pentheus gegen den Kult um Dionysos auf und wird dafür auf das Entsetzlichste bestraft, denn Götter sind nicht gnädig. Zwei unversöhnliche Prinzipien stoßen aufeinander: Rationales, kühles, in Frage stellendes Denken und kalkulierende Staatsraison einerseits, und die Forderung nach bedingungslosem Glauben andererseits. Zwei Extrempositionen ringen um gesellschaftliche Vormachtstellung. Schließlich lässt Dionysos, der keine Widerrede duldet, seine Anhängerinnen, die Bacchen, am König Rache nehmen. Denn die Allmacht der Götter darf nicht angezweifelt werden. An den Konsequenzen leidet das Mensch-Opfer, jedoch auch Täter, wenn deren Rausch verflogen ist. Die antizivilisatorische Barbarei der Bacchen scheint heute aktueller denn je, denn ungewiss bleibt, ob das traurig an die Prinzipien der Aufklärung gemahnte Europa, den ideologischen Kampf gegen die selbst ernannten Rächer Gottes gewinnen wird.
Mit Roland Schimmelpfennig hat sich einer der relevantesten Gegenwartsdramatiker jener so grausamen Tragödie angenommen und eine präzise, schnörkellose und umso mitleidlosere Neuübersetzung verfasst, die von Robert Borgmann, der 2015 bereits das zweite Mal in Folge zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde, uraufgeführt wird.


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