„Wer sind wir? Wo kommen wir her? Wohin gehen wir?“ Mit diesen Fragen beginnt der Philosoph Ernst Bloch sein Hauptwerk. Das über 1.600 Seiten starke Prinzip Hoffnung entstand zwischen 1938 und 1947 im US-amerikanischen Exil, nachdem Bloch Nazideutschland verlassen musste. Seit seiner Veröffentlichung in den 1950er-Jahren ist das „Prinzip Hoffnung“ zwar zu einem geflügelten Wort geworden, wird aber meistens falsch verwendet. Bloch geht es keineswegs um einen abwartenden Optimismus, sondern um eine reflektierte Hoffnung, die trotz des Wissens um die alltäglichen Unzulänglichkeiten nicht aufgibt und der vorherrschenden Angst eine konkrete Utopie entgegensetzt. Dafür müssen wir staunen, spielen und träumen lernen und vor allem „ins Gelingen verliebt“ sein. Bloch zufolge kann die Zukunft eine bessere werden, wenn der Mensch zu einer echten Identität mit sich und seiner Umwelt findet: So entsteht etwas, „das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat“.
Der Regisseur Stephan Kimmig und der Komponist PC Nackt verwandeln Ernst Blochs poetische Philosophie in ein Stück Musiktheater. Diese Lieblingsdisziplin Blochs schafft einen Raum, in dem das Prinzip Hoffnung praktisch erprobt werden kann.
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