Eine Tragödie antiken Ausmaßes bestimmt die Faktur dieses Musiktheaterwerks ohne Worte – und bleibt doch auf ewig ein Geheimnis zwischen der Komponistin Adriana Hölszky und dem Librettisten Thomas Körner: Vertragsgemäß wurde das Libretto nach Fertigstellung der Komposition vernichtet. So erzählt allein die Musik eine spannungsgeladene Geschichte und lässt die Fantasie des Publikums mit dem theatral eingesetzten Bühnenraum interagieren: „Man spürt permanent die Abwesenheit von Figuren, ist immer in Erwartung, dass jemand erscheint, aber diese Erwartung wird bis zum Schluss hingehalten – und schließlich nicht erfüllt“, so beschreibt Hölszky die Grundstimmung ihres dritten Musiktheaterwerks, das 1997 in der Bonner Kunst- und Ausstellungshalle uraufgeführt wurde. Die Wahl-Stuttgarterin, die zu den herausragenden Komponistinnen der Gegenwart zählt, ist bekannt für ihre atmosphärischen „Klangräume“, die sie mit teils ungewöhnlichem Instrumentarium erschafft. 2016 war sie schon einmal im ZKM mit dem Auftragswerk Exodus für 12 Schlagzeuger:innen zu Gast. In Tragödia machen nun Mitglieder der Badischen Staatskapelle und Regisseur Kevin Barz das geheimnisvolle Drama im theatralen Raum sicht- und hörbar.
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