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Frank Wedekind hinterfragte in seinen Werken die zu seiner Zeit vorherrschenden christlich-bürgerlichen Moralvorstellungen und setzte diesen eine offene Darstellung von Sexualität und Enttabuisierung von Lust entgegen. Heute gehören seine Werke zum bürgerlichen Kanon und werden als Schullektüre gelesen. Doch auch heute noch ist unser Umgang mit Lust und Sexualität weiterhin von patriarchalen Strukturen, sexualisierter Gewalt und Tabus geprägt und steht gleichzeitig im Spannungsverhältnis zu einer omnipräsenten Sexualisierung und Objektivierung von Körpern.

In den letzten Jahren erlebt die Auseinandersetzung mit Sexualität und Lust jedoch ein Frühlingserwachen. Serienformate wie Sex Education, Big Mouth und Pleasure behandeln einen freien Umgang mit diesen Themen und versuchen vor allem die Sexualität von jungen Menschen zu enttabuisieren und entstigmatisieren.

Das Kollektiv Glossy Pain um die Regisseurin Katharina Stoll lässt Wedekinds weibliche Figuren aus Lulu, Frühlings Erwachen und Franziska in der Überschreibung aufeinandertreffen und die Probleme verschiedener Generationen von Frauen verhandeln. Während Lulu sich der Projektionen der sie sexualisierenden Männer endlich entledigen will, hofft Wendla weiterhin auf guten Sex und Franziska will ihre #MeToo-Erlebnisse gehört wissen. Auf der Suche nach der Rückeroberung der Erotik als alles verändernde Kraft, um mit Audre Lorde zu sprechen, entwickelt das Kollektiv gemeinsam mit dem Ensemble einen lustvollen Abend, der die Situation von Frauen und ihrer Sexualität über mehrere Generationen befragt.


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