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Turandot von Giacomo Puccini (1858–1924) ist ein Werk voller dramatischer Intensität und moderner Klänge. Puccinis Musik, reich an orchestralen Farben und Kontrasten, entfaltet eine überwältigende emotionale Kraft, die bis heute nichts von ihrer Faszination verloren hat. Die Partitur verbindet neben lyrischem Belcanto und buffonesken Witz auch beißende Dissonanzen, rhythmische Überlagerungen und Chorsätze, in denen sich die Brutalität der politischen Massenbewegungen aus den 1920er Jahren widerspiegeln. Unvollendet nach Puccinis Tod 1924, betont die Frankfurter Fassung den Fragment-Charakter des Werkes und verzichtet auf posthume Vervollständigungen. Vorangestellt ist ein Prolog von Lucia Ronchetti (*1963) für Chor und Kinderchor, der das Vorgefühl einer Katastrophe weckt und nahtlos in Puccinis erste Takte übergeht. Regisseurin Andrea Breth zeigt Turandot als rücksichtlose Herrscherin über einen Terrorstaat. Die Rhein-Zeitung konstatierte angesichts der Premiere im April 2026: „So gibt die Oper Frankfurt zum 100-jährigen Jubiläum des Werks eine in musikalischer Hinsicht hochklassige, gedanklich konsequente Deutung, die das zentrale Problem von Turandot sichtbar macht – ohne sich eine Haltung zur ewigen Wunde des Stückes, seiner Leerstelle am Schluss, anzumaßen.“

Zum Inhalt: Entgegen dem Wunsch ihres Vaters weigert sich Prinzessin Turandot zu heiraten. Wer sie zur Frau haben will, muss drei Rätsel lösen. Wer daran jedoch scheitert, wird öffentlich hingerichtet. Als Prinz Calaf die Prüfung meistert, ist Turandot in ihren Grundfesten zutiefst erschüttert. Ein Machtkampf bricht aus, der schließlich auch unschuldige Opfer fordert … Musikalisch geleitet wird die erste Wiederaufnahme von Simone Di Felice. Seit der Spielzeit 2017/18 ist er der Oper Frankfurt als Kapellmeister verbunden. In der kommenden Spielzeit leitet er auch Vorstellungen von Un ballo in maschera und La fiamma. Weitere Engagements führten ihn im Laufe seiner Karriere bislang unter anderem an die Opéra national de Paris, sowie zu den Tiroler Festspielen in Erl. In der Hauptpartie der Turandot ist wie in der Premierenserie Elza van den Heever zu erleben. Die südafrikanische Sopranistin war von 2008 bis 2013 Mitglied des Ensembles am Haus und gastiert mittlerweile international: Engagements führten sie unter anderem erneut an die Mailänder Scala, zu den Bayreuther Festspielen, nach San Francisco und an die Wiener Staatsoper. An zwei Abenden tritt Oleysa Golovneva als Prinzessin Turandot auf. Für ihre Leistungen als Anna Bolena und Luisa Miller wurde sie jeweils ausgezeichnet. Für ihre Interpretation der Rusalka in Köln wurde sie für den Deutschen Theaterpreis FAUST nominiert. Als Calaf ist Alfred Kim zu erleben, Opernstudio-Mitglied Julia Stuart debütiert als Liù. Die amerikanische Sopranistin ist Absolventin der renommierten Juilliard School in New York. Nach erfolgreichen Auftritten in Peter Grimes (Second Niece), Die Passagierin (Katja) und Macbeth (Kammerfrau der Lady), übernimmt sie in dieser Spielzeit die Partie der Gerhilde in Richard Wagners Die Walküre. Die drei Minister Liviu Holender (Ping), Sven Hjörleifsson (Pang) und Michael Porter (Pong) kommentieren die Grausamkeit von Turandots Rätselproben. Alle drei Künstler verbindet eine ausgeprägte interpretatorische Vielseitigkeit, die sie bereits auf bedeutenden Konzert- und Opernbühnen unter Beweis gestellt haben. In weiteren Partien sind Thomas Faulkner (Timur), sowie Michael McCown (Altoum) und Erik van Heyningen (Ein Mandarin) besetzt.

 

oper-frankfurt.de


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