»Trügerische Hoffnungen sickern durch die verletzte Oberfläche, emanzipierte Parasiten, rücksichtslos, erheben Anspruch, nehmen ein, bilden hinterhältige Allianzen, komplexe Verkettungen. Verwebte Lügen bilden ein fragiles Netz, zweifelhafte Illusionen von Autonomie, perfide Sicherheit, die uns lächelnd in die Arme schließt, die Luft abschnürt, distanziert. »Natürlich« wird zu »selbstverständlich«, und der vernarbte Stein erodiert.«
– Sanaa Attar »transitions – circuit I«
Natur wird von jungen Menschen zunehmend als krisenhafter Ort wahrgenommen. Sie erfüllt kein Heilsversprechen mehr, ist kein fester Grund mehr, auf dem gestanden und sich bewegt werden kann. Die Elemente sind zu bedrohlichen Bestandteilen eines im Katastrophenmodus befindlichen Geschehens geworden. Es ist die Generation Z, die sich des inadäquaten Umgangs mit der Natur schmerzlicher bewusst ist, als jede andere Generation.
Mit 9 Tänzer*innen widmet sich Rentz Fragen des tänzerischen Körpers in der Auseinandersetzung mit analoger Natur. Dazu wurden zunächst drei reale Umgebungen erforscht: Fels, Wasser und Wald. Das entstandene Material wurde im Studio finalisiert. »transitions – circuit I« handelt von Stille und Schmerz, von Sehnsucht nach Harmonie, Euphorie und von Zerstörung und Scheitern.
Während der Show in der Fleischmarkthalle werden sich Zuschauer*innen und Tänzer*innen nicht in einer frontalen Bühnen Situation, sondern gemeinsam in einem offenen Raum befinden.
Rentz arbeitet mit einem Team von jungen Kunstschaffenden zusammen, das bereits mit »ruminate« im letzten Jahr im Tollhaus reussierte und als Preisträger des »Tanztreffen der Jugend« der Berliner Festspiele nach Berlin fährt.
Ben Rentz wurde in Karlsruhe, Deutschland geboren. Seit 2011 performte und tanzte er in über 25 Produktionen des Zentrum für Kunst und Medien ZKM Karlsruhe, des Badischen Staatstheater Karlsruhe, Motion Pictures Darmstadt, Kunstakademie Karlsruhe und TicTac Art Center Brüssel sowie in der freien Szene. Er arbeitete mit Künstler*innen wie Marta Coronado, Beata Anna Schmutz, Sarah Steinfelder, Julla Kroner, Ekard Cordes und Michel Didym.
2019 präsentierte er die Performance »swallow it« auf dem Hofgut Scheibenhardt und ins-zenierte 2020/21 die Performance »prokollegial«. Im Sommer 2021 entwickelte er die zum Ju-gendbildungspreis 2022 nominierte Inszenierung »Gute Besserung«, die ihre Uraufführung im Kulturzentrum Tollhaus Karlsruhe feierte. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit arbeitet er seit 2020 als Produzent für andere Produktionen, u.a. für die zum Theatertreffen der Jugend nomi-nierte Performance »Die Sippe«. Im Herbst 2021 gründetet er mit der Dramaturgin Yoreme Waltz das Produktionsbüro productions performing arts. Ende 2022 brachte er seine erste choreographische Arbeit »ruminate« im Tollhaus Karlsruhe zur Uraufführung, die zu den Berliner Festspielen »Tanztreffen der Jugend 2023« eingeladen ist.
Er war Teil der »Masterclass am ZKM«, einem Stipendium für hochbegabte junge Künstler*innen am Zentrum für Kunst und Medien ZKM Karlsruhe und widmete sich 2022, in seinem Recherche-Stipendium des Fonds Darstellende Künste dem Thema »the dancing body as a lived place of possibilities«. 2023 ist er Teil der »Academy for Performing Arts Producer« im Rahmen des Bündnis’ internationaler Produktionshäuser. Er partizipierte in diversen Workshops von Samantha van Wissens (Brüssel), Marta Coronado (Brüssel), Britta Pudelko (Berlin), Motion House (Karlsruhe), Akram Kahn (Karlsruhe), Matej Kejzar und Ayaovi Kokousse (Amsterdam) und David Zambrano (Brüssel). Außerdem ist er Vorstand des Vereins Probezentrum Karlsruhe e.V., der als Träger für das zukün“ige Haus der Produktionen in Karlsruhe gegründet wurde.
































