Auf nach Griechenland!
Das Festival Textes sans Frontières widmet sich in diesem Jahr vier ausgewählten Werken griechischer Dramaturgen. Was beschäftigt Schriftsteller eines Landes, das in den letzten Jahren soziale, politische und wirtschaftliche Turbulenzen durchlebt hat? Mit Texten von Maria Efstathiadi, Dimitris Dimitriadis und Yannis Mavritsakis.
Die Organisatoren des Festivals machen sich wie Marco Polo und Christopher Kolumbus auf die Suche von Texten anderer Länder. Mit dem Ziel mehr über fremde Schreibweisen und Darstellungsarten zu erfahren, widmen sie sich jedem Jahr einem anderen Land und dessen zeitgenössischen Dramaturgen. In dieser Ausgabe geht die Reise nach Griechenland. In vier verschiedenen Texten, vorgetragen von einem französisch-luxemburgischen Schauspielerteam, geht es um Legenden, Eifersucht, existentielle Fragen, Morde und gesellschaftliche Zukunftsfragen. So präsentiert das Stück Dévastation von Dimitris Dimitriadis die Mythen Elektra, Agamemnon und Kassandra, die zum wiederholten Male ihr Schicksal auf einer Bühne darstellen sollen. Dieses Mal allerdings haben sie jedoch genug davon und ändern den Lauf ihrer Geschichte (nichts für sensible Herzen!). Doch stellt sich die Frage, ob sie sich tatsächlich von ihrem Ruf befreien können?
In Demon greift Maria Efstathiadi Dostojewskis gleichnamiges Werk auf und beschäftigt sich eingehend mit der Figur der Matriocha, die uns ihre Version der tragischen Beziehung zu Stavroguine, am Tage ihres Selbstmordes, erzählt.
Weiter geht es mit dem Stück Wolfgang von Yannis Mavritsakis, der das Leben der Österreicherin Natascha Kampusch adaptiert, die als Zehnjährige entführt und jahrelang von ihrem Entführer festgehalten wurde.
Zum Abschluss wird ein weiterer Text, Famina (boulot de merde) von Yannis Mavritsakis präsentiert, der in einem Schnellrestaurant spielt und vom Leben einer Küchenassistentin erzählt.
Vier Texte, die tief in menschliche Charaktere, in ihre Schreckensseiten und Hoffnungen, blicken und gleichzeitig die Kraft der Bühne bezeugen.
Organisiert von:
- Kulturfabrik
- Espace Bernard-Marie Koltès
- Nest-Théâtre
- Théâtre de Charleville-Mézières
- Théâtre du Centaure
Foto: Festival































