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Tancredi von Gioachino Rossini (1792–1868) entstand 1812/13 als Auftragsarbeit für das venezianische Teatro La Fenice und markierte einen Wendepunkt in seiner Karriere hin zur Gattung der Opera seria. Nach der Uraufführung in Venedig 1813 wurde Tancredi schon bald an der Mailänder Scala gespielt. Im Jahr 1817 stand das Werk zum ersten Mal in Frankfurt auf dem Spielplan. Die Partitur ist geprägt von Rossinis charakteristischer melodischer Inspiration und virtuosen vokalen Anforderungen, die den Übergang von der Opera seria des 18. Jahrhunderts zum Belcanto des 19. Jahrhunderts markieren. Besonders berühmt wurde die Cavatine des Tancredi „Di tanti palpiti“, die zu Rossinis Lebzeiten zu einer Art Gassenhauer avancierte. Die Oper vereint heroische Leidenschaft mit tief empfundener Lyrik und zeigt bereits Rossinis Meisterschaft in der Gestaltung großer dramatischer Szenen.

Das Libretto von Gaetano Rossi basiert auf Voltaires Tragödie Tancrède aus dem Jahr 1760: Unter dem Eindruck einer Bedrohung von außen beschließt der Senat von Syrakus ein drakonisches Gesetz, das jeden, der mit dem Feind konspiriert, mit dem Tode bestraft. Argirio und der rivalisierende Orbazzano legen einen alten Zwist bei; als Pfand des neuen Bundes verspricht Argirio ihm die Hand seiner Tochter Amenaide. Diese liebt jedoch insgeheim Tancredi, der vor langer Zeit aus der Stadt verbannt worden war. Ein abgefangener Brief von ihr wird missdeutet, und der eigene Vater unterschreibt ihr Todesurteil …

Die musikalische Leitung der ersten Wiederaufnahme liegt wie auch bei der Premierenserie der vergangenen Spielzeit bei Giuliano Carella, der an den bedeutendsten Opernhäusern weltweit arbeitet. In Frankfurt dirigierte er bereits Stiffelio, I vespri siciliani, Anna Bolena (konzertant), La traviata und Bianca e Falliero. Sein Repertoire reicht von Giovanni Paisiello bis Lorenzo Ferrero und umfasst neben den wichtigsten auch zahlreiche weniger bekannte Werke der italienischen Oper. Inszeniert wurde Tancredi im Mai und Juni 2026 von Manuel Schmitt. In Frankfurt erarbeitete er zuvor Benjamin Brittens Doppelabend The Prodigal Son / The Burning Fiery Furnace im Bockenheimer Depot. Weitere Arbeiten führten ihn unter anderem an die Bayerische Staatsoper in München und ans Staatstheater Nürnberg. In dieser Spielzeit wird Schmitt an der Oper Frankfurt Ernest Chaussons Oper Le roi Arthus in Szene setzen. Die Besetzung der Wiederaufnahme gleicht zum großen Teil jener der Premierenserie. Abermals gestaltet Theo Lebow die Partie des Argirio. In dieser Spielzeit ist das Ensemblemitglied außerdem in den Produktionen Warten auf heute, Die Liebe zu den drei Orangen und in Das Rheingold zu erleben. Mit großem Erfolg trat er in der vergangenen Saison als Amme Nicea in der selten gespielten Barockoper Amor vien dal destino von Agostino Steffani auf. Bianca Tognocchi ist wieder als Amenaide mit von der Partie. Die Sopranistin singt in dieser Spielzeit noch die Rollen der Despina (Così fan tutte), des Lenio (The Greek Passion) und der Sœur Constance de St. Denis (Dialogues des Carmélites). Die Partie des Orbazzano wird von Ensemblemitglied Kihwan Sim gesungen. Der in Seoul und Hamburg ausgebildete Sänger ist seit der Spielzeit 2012/13 Ensemblemitglied an der Oper Frankfurt. In der Saison 2026/27 übernimmt er Partien wie Merlin (Le roi Arthus), König Treff (Die Liebe zu den drei Orangen) und Priester Grigoris (Greek Passion) sowie erneut Ramfis (Aida). Die portugiesische Mezzosopranistin Cláudia Ribas singt die Titelpartie des Tancredi. Als neues Ensemblemitglied an der Oper Frankfurt ist sie des Weiteren in Händels Flavio und Prokofjews Die Liebe zu den drei Orangen zu erleben. Opernstudio-Mitglied Ruby Dibble übernimmt abermals die Partie der Isaura, Daniela Zib ist als Loredana – ehemals Roggiero – mit dabei; eine weibliche Partie, die es nur im Frankfurter Tancredi gibt.

Melodramma eroico in zwei Akten von Gioachino Rossini

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Musikalische Leitung: Giuliano Carella; Inszenierung: Manuel Schmitt

Mitwirkende: Theo Lebow (Argirio), Bianca Tognocchi (Amenaide), Kihwan Sim (Orbazzano), Cláudia Ribas (Tancredi), Ruby Dibble (Isaura), Daniela Zib (Loredana)

Karten für die genannten Veranstaltungen sind bei unseren bekannten Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.


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