«Sonic Boom» ist das neue Artist-in-Residence-Format des Gare du Nord. Acht aufstrebende Künstler:innen aus den Bereichen zeitgenössische und experimentelle Musik, Soundperformance und Musiktheater erhalten hier Raum und Unterstützung für ihre künstlerische Weiterentwicklung.
Über einen Zeitraum von zwei Jahren gestalten und präsentieren sie jeweils zwei Cartes Blanches, in denen sie ihre individuellen künstlerischen Ansätze zum Ausdruck bringen können. Begleitet wird das Programm von einem Diskurs- und Mentoringformat.
«Tronco» ist ein 60-minütiges Konzeptwerk, das sich in seiner Anlage beinahe als Kammeroper lesen lässt. Es entfaltet sich in mehreren dicht komponierten Abschnitten, die durch offen gehaltene Passagen miteinander verbunden sind und von den Interpret:innen eine freie Improvisation verlangen. Der ständige Wechsel zwischen fixiertem (notiertem) und fliessendem (improvisiertem) Material führt die Musiker:innen selbst zu einer inneren Reise. Aus wechselnden Perspektiven heraus werden sie dazu aufgefordert, ihre eigenen musikalischen Handlungen immer wieder neu zu betrachten.
Das Ensemble ist als System gespiegelter Instrumentenpaare gestaltet, dessen Besetzung an Kammermusik, Volkstraditionen und Jazz erinnert: zwei Stimmen, zwei Violen, Celli und Kontrabässe, zwei Percussion-Setups (Schlagzeug und Vibraphon), Akkordeon und Melodica. Diese Verdopplung konfrontiert jede:n Musiker:in mit einem Gegenstück und spiegelt damit das Konzept der inneren Selbstkonfrontation, das sich durch das gesamte Projekt zieht.
































