Das 2. Sinfoniekonzert der Spielzeit wird ein Abend der atmosphärischen Gegensätze. Unter der Leitung von GMD Jochem Hochstenbach begegnen sich Gustav Mahlers hochemotionale 5. Sinfonie mit Alban Bergs sehr sensiblen „Sieben frühe Lieder für Gesang und Orchester“, die Mezzosopranistin Janja Vuletic singen wird. Das Konzert findet am Donnerstag, 22. Oktober um 19:30 Uhr im Großen Haus statt.
Rückblick und Erneuerung im privaten wie musikalischen gleichermaßen hat Alban Berg mit seinen „Sieben frühen Liedern“ geschaffen, die Mezzosopranistin Janja Vuletic im 2. Sinfoniekonzert singen wird. Als der 20-jährige Berg die Lieder vertonte, war er gerade frisch verliebt in seine spätere Ehefrau und entsprechend auf der Höhe seiner empfindsamen Ausdrucksstärke. Als er gut zwanzig Jahre später an der Orchestrierung der Klavierlieder arbeitete, kriselte die Ehe. Musikalisch sind die Lieder vor allem eine Auseinandersetzung des Mahler-Enthusiasten mit der Liedkunst um die Jahrhundertwende. In seiner Orchesterbearbeitung reicherte er die frühen Stücke harmonisch an, veränderte gelegentlich die Melodik und schuf eine zyklische Geschlossenheit, in der sich die reichhaltige Emotionalität bis heute entfaltet. Die Lieder erreichen einen einzigartigen Schwebezustand zwischen Ernüchterung und Zaudern, körperlicher Liebe und dem Drang nach Freiheit samt Aufgehen in der Natur. Janja Vuletic aus dem Opernensemble des Theaters Trier wird diese Bandbreite
in ihrer eigenen Klarheit und Ausdrucksstärke auf die Bühne bringen.
Atmosphärisch ganz anders, aber nicht weniger vielseitig ist Gustav Mahlers 5. Sinfonie. Für die Komposition bediente Mahler sich an Militär- und Trauermusik, die er mit österreichischer Volks-musik verband, um so seinem Anspruch gerecht zu werden, dass eine Sinfonie eine Welt sein müsse: „Sie muss alles enthalten.“ Entsprechend groß angelegt ist diese Sinfonie, in der Mahler sich über das symphonische Denken des 19. Jahrhunderts hinwegsetzt und auf einen Trauermarsch ein dämonisch-gespentisches Scherzo folgen lässt. Dass Mahler in dem Werk kongenial dem Tod ein tönendes Mahnmal einkomponiert hat, dessen überwältigende Bildhaftigkeit sich unmittelbar auf die Hörenden überträgt, wurde 1971 in Luchino Viscontis Thomas Mann-Verfilmung „Der Tod in Venedig“ beeindruckend deutlich. Visconti bediente sich für seinen Soundtrack an dem Adagietto aus Mahlers 5. Sinfonie und fand damit die perfekte musikalische Untermalung für den todessehnsüchtigen Gustav von Aschenbach. Mit Werken
- Von: Alban Berg und Gustav Mahler
- Mezzosopran: Janja Vuletic
- Dirigat: GMD Jochem Hochstenbach































