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Nicolas Stemann stellt sich im Schauspielhaus Zürich folgende Frage: Hätten die sieben kleinen Herren Schneewittchen auch aufgenommen, wenn sie keinen Finger in ihrer Männer-WG gerührt hätte?

Ausgehend von kindlichen Erlebniswelten überschreibt Nicolas Stemann das altbekannte Märchen und konfrontiert es mit dem oft absurden Alltag von Kindern und Eltern der Gegenwart.

JUNGES THEATER_SCHNEEWITTCHEN_C_ZOE AUBRY_SCHAUSPIELHAUS ZUERICH_SZENIK

«Wer ist die Schönste im ganzen Land?» – Weil ein sprechender Spiegel diese Frage in den Augen einer von Neid zerfressenen Stiefmutter nicht zufriedenstellend beantwortet, will sie ihre Stieftochter um die Ecke bringen. Die Stieftochter sucht daraufhin Zuflucht bei sieben Zwergen, die die junge Frau auch gerne bei sich aufnehmen – unter der Voraussetzung, dass sie ihnen den Haushalt schmeißt. Doch die  Stiefmutter stellt ihr nach und schließlich gelingt es, … –

Stoppstoppstopp! So wurde diese Geschichte wohl schon zur Genüge erzählt. Aber: Was ist das überhaupt für ein Spiegel, der sich anmaßt, in diesem Schönheitswettbewerb den Richter zu spielen? Liegt Schönheit nicht im Auge der Betrachtenden? Und hätten die sieben kleinen Herren Schneewittchen auch aufgenommen, wenn sie keinen Finger in ihrer Männer-WG gerührt hätte? Schneewittchens Vater muss derweil Geld verdienen («Konto, Konto, Kontostand – wer ist der Reichste im ganzen Land?») und kann ihr leider nicht helfen.

Indem er ein Stück für die ganze Familie inszeniert, erfüllt sich Nicolas Stemann einen lang gehegten Wunsch. Denn die kindliche Anarchie und die Assoziationsreigen, die all seine Inszenierungen durchziehen, treffen mit dem Märchen auf ein Genre, das vermeintlich Kinder anspricht, dabei aber so manche Frage stellt, auf die auch nur wenig Erwachsene eine gute Antwort haben.

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BESETZUNG

Mit Giorgina Hämmerli, Henni Jörissen, Tabita Johannes, Thomas Kürstner, Kay Kysela, Matthias Neukirch, Songhay Toldon, Lukas Vögler, Sebastian Vogel

Inszenierung Nicolas Stemann
Bühne Katrin Nottrod
Kostüme Marysol del Castillo
Musik Sebastian Vogel, Thomas Kürstner
Dramaturgie Joshua Wicke 


PRAKTISCHE INFORMATIONEN

  • Premiere 2019 / 2020
  • Ab 8 Jahren
  • Weitere Informationen auf der Webseite des Schauspielhaus Zürich: www.neu.schauspielhaus.ch

 

Foto: Zoé Aubry


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