Zwischen Realität und Trugbild
Visuell, intim und spektakulär: So zeigt sich das Theater des Joël Pommerat, zu entdecken mit Pinocchio im Théâtre de Namur.
Die Einladung des Théâtre de Namur an das Stück Pinocchio, kreiert in 2008, ist eine Gelegenheit die Arbeit von Joël Pommerat auf ein Neues zu bestaunen: Eine Theaterschrift, die determiniert wird durch die Bühnenerfahrungen, bei denen Klang, Licht, Körper und Text in Resonanz treten. Das Ergebnis? Ein Theater, dass „diesen Punkt des Umschwungs erreicht, an dem die Wirklichkeit magisch wird und ihre ganze Komplexität enthüllt“, erzählt uns der Autor. Als ein Unwetter einen Baum mit ungewöhnlichem Holz nieder zwingt, entscheidet sich ein älterer Herr, arm und großzügig, daraus eine Marionette zu schnitzen. Er erschafft somit an diesem Tag Pinocchio. Doch es ist ein naives, ängstliches und auch freches Kind, dass davon träumt eines Tages wie ein Prinz zu leben. In Pommerats Theater geht es nicht darum Lektionen zu erteilen, sondern er möchte Erfahrungen zeigen und teilen. Ist unsere Existenz eine Schuld die wir begleichen müssen? Wie wird man erwachsen und bleibt trotzdem frei? Diese Fragen die Kinder sowie Erwachsene sich stellen, weiß Pommerat konkret zu behandeln, durch unkonventionelle und doch reale Situationen. Und jeden Abend stellt man sich neue Antworten auf diese Fragen aus, während man der Marionette auf ihren Abenteuern folgt, auf dem Weg in Richtung Menschlichkeit.
Foto: Elizabeth Carecchio































