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Onegin bricht erst der jungen Tatjana das Herz und dann letztlich auch sein eigenes. Er spaziert als arroganter Schnösel durchs Leben und erkennt nicht, was für eine begehrenswerte Frau hinter dem vermeintlich langweiligen Mädchen steckt. Jahre später will er sie erobern und muss bitter erfahren, dass er seine Chance verpasst hat. Während er sein Leben vergeudet hat, ist sie ihren Weg gegangen. Obwohl sie im tiefsten Inneren noch Gefühle für ihn hegt, weist sie ihn ab. Ihre Entwicklung, ihr Ringen und ihre Entscheidung machen sie zu einer der stärksten Frauenpersönlichkeiten des Ballettrepertoires.

Angelehnt an den Versroman Eugen Onegin von Alexander Puschkin erzählt John Cranko die Geschichte nur durch Bewegungen. Wie ein offenes Buch entfaltet sich die Handlung vor den Augen des Publikums. Das Stück, das zu den Signaturwerken des Stuttgarter Balletts zählt, eröffnet in wechselnden Besetzungen immer wieder neue Blicke auf die vielschichtigen Charaktere. Nicht nur Onegin und Tatjana, sondern auch die anderen Rollen laden das Publikum ein, neue Nuancen der Interpretation zu entdecken.

Bühnenbild und Kostüme schuf Jürgen Rose detailreich und mit viel Gefühl für Stimmungen. Naturidylle und Landfest bringt er genauso präzise, farbenfroh und aufwändig auf die Bühne wie den aristokratischen Ball. Ebenso abgestimmt auf die Handlung führt Peter Tschaikowskys eingängige Musik durch das Geschehen. Die Dramatik steigert sich unaufhaltsam in Klängen und Schritten, sodass am Ende kein Auge trocken bleibt – weder auf der Bühne, noch im Publikum.

stuttgarter-ballett.de


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