Mit „Mutter Courage und ihre Kinder“ von Bertolt Brecht bringt das Theater Trier ab Januar eines der wichtigsten Theaterstücke des 20. Jahrhunderts in spannender Aktualisierung auf die Bühne. Stephanie Theiß als Mutter Courage und das Ensemble führen die Verwicklungen von Krieg, Wirtschaft und Moral in beeindruckenden Bildern vor. Premiere ist am Samstag, 18. Januar 2025 um 19:30 Uhr im Großen Haus des Theaters Trier.
Lange schon und ohne Aussicht auf Frieden herrscht Krieg. Inmitten dieses Krieges zieht Mutter Courage als Marketenderin mit ihren drei Kindern mal mit dem einen Heer, mal mit dem anderen, um ihre Waren an sie zu verkaufen. Welche der Kriegsparteien der Aggressor ist oder welche Unterstützung braucht, damit die „gute Seite“ gewinnen kann, interessiert sie dabei nicht: Krieg bedeutet Geschäft – und unverdrossen macht sie weiter, selbst als er ihr die Kinder nimmt.
Bertolt Brechts nach wie vor aktuelle Parabel über den Krieg führt am Beispiel der findigen Courage im Dreißigjährigen Krieg eindringlich die Absurdität von Kriegen vor Augen, indem sie zeigt wie wirtschaftliche Interessen Kriege befördern und Frieden verhindern. Regisseurin Christina Gegenbauer, die in Trier bereits „Der gute Mensch von Sezuan“ und „Der Trafikant“ sehr erfolgreich inszeniert hat, löst den Stoff weitestgehend aus dem historischen Dreißigjährigen Krieg und verlegt ihn in eine unbestimmte Gegenwart. Die neu arrangierten Kompositionen von Paul Dessau sowie das industriegraue, geschundene Bühnenbild aktualisieren den Ursprungstext und lassen Stephanie Theiß als Mutter Courage mit dem Ensemble die allgemeingültigen Fragen an unsere Gegenwart stellen.
Brecht hatte „Mutter Courage“ 1938/39 im schwedischen Exil verfasst. Im noch neutralen Skandinavien zeigte er mit seiner wirkmächtigen Parabel die Hoffnungs- und Sinnlosigkeit menschlicher Tugenden im Angesicht der Grausamkeiten des Krieges. Über Leben und Tod entscheidet der wirtschaftliche Faktor, zumal heute, wo Kriege mit hochkomplexen und dementsprechend teuren Waffen geführt werden. Doch letztlich gilt: Der Krieg kennt keine Gewinner. „Mutter Courage und ihre Kinder“ ist ein brandaktuelles Stück in einer intensiven Inszenierung. Premiere ist am Samstag, 18. Januar um 19:30 Uhr im Großen Haus des Theaters Trier.
Inszenierung: Christina Gegenbauer
Musik: Nikolaj Effendi
Bühne: Andrej Rutar
Kostüme: Julia Klug
Lichtdesign: Florian Zauner
Dramaturgie: Karen Schultze
Regieassistenz: Alireza Nesaie
Soufflage: Heike Brinkmann
Mit: Jana Auburger, Carolin Freund, Marvin Groh, Raphael Christoph Grosch, Thomas Jansen, Klaus-Michael Nix, Giovanni Rupp, Stephanie Theiß, Stephan Vanecek, Florian Voigt,