Neuland für die Ohren
Bevor die Bleistifte gespitzt werden, die Computer auf Hochtouren laufen und der Wecker (zu) früh klingelt, erwarten uns beim Festival Météo fantastische Klang-Piraten aus aller Welt. Erleben Sie Peter Evans, David Murray, Wolfgang Mitterer, Sons of Kemet, das Splitter Orchester und lassen Sie Ihre Sinne in Staunen versetzen. Was für eine irre Fahrt!
Ja, wir können durch die ganze Welt reisen und uns, wann immer uns der Sinn danach steht, an den Schätzen fremder Länder erfreuen. Und doch gibt es ein Land, welches nur aus einer begrenzten Anzahl an Einwohnern besteht und dass nur jene hineinlässt, die mit ihrem Freigeist Lust auf abenteuerliche Experimente haben: Jazzige Improvisationsmusik. Sie sendet auch in diesem Jahr ihre begnadeten Künstler zum Festival Météo, um uns mit ihrer Musik die Tore zu einem erstaunlichen Land zu öffnen. Hier wird uns gezeigt, dass ein Instrument auf unterschiedliche Weise gespielt und gehört werden kann.
Das Programm verspricht experimentelle Raffinesse und neugierige Klang-Piraten. Da wären zum Beispiel die Flötistin Nicole Mitchell oder der Trompeter Peter Evans. Beide fordern ihre Instrumente zu einem Spaziergang durch ein Labyrinth auf und kitzeln dabei unsere Spannung.
Zum anderen treten diverse Orchester in den kommenden Tagen auf und ergründen mit uns die Frage, ob ein großes Ensemble gemeinsam improvisieren kann. Die Residenz-Artisten des Berliner Splitter Orchesters oder Systeme Friche werden uns darauf eine Antwort geben und gleichzeitig eine musikalisch spektakuläre Irrfahrt, gleich des großen Odysseus’, präsentieren. Wild und herausfordernd wird es ebenso mit Sofia Jernberg und Mette Rasmussen. Erstere schafft mit ihrer Stimme Bilder à la Kandinsky und letztere verschlägt uns mit ihrem Saxofon die Sprache.
Sie wollen sich austanzen? Dann dürfen Sie unter keinen Umständen das Konzert von den Sons of Kemet verpassen. Mit ihnen gibt es kein Halten mehr. Und wer erst ein wenig Anlauf braucht, kann mit der Sonne des Festivals Météo bereits vor dem Festival in der grenzüberschreitenden Region zahlreiche Konzerte erleben (so zum Beispiel Le Chinois Trio in Sirentz und Moulin de Hundsbach oder Lalala Napoli in Neuenburg am Rhein).
Zwischen den Konzerten gibt es zudem die Möglichkeit an zahlreichen Workshops teilzunehmen und die Köpfe mit den Profis zusammenzustecken. Kinder kommen ebenso auf ihre Kosten und dürfen ihre Ohren für klangvolle Märchen spitzen.
Mögen Sich die Tore dieser Klangwelt öffnen – wir können diese Reise kaum noch erwarten!
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Auf szenik
Sons of Kemet, am 24.08 um Mitternacht im Nouamtrouff
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David Murray 4tet feat. Saul Williams
Am 21.08 um 21H30, Théâtre de la SinneDer aus Kalifornien stammende Saxofonist David Murray ist ein Triumph für den Jazz. Sein Spiel ist hervorragend, seine Klänge verknoten sich und springen durch unsere Ohren. Mit seinem Quartett kommt er in Mulhouse mit dem Autor und Poeten Saul Williams zusammen, der die amerikanische Poetry-Slam-Szene auf den Kopf stellt. Gemeinsam kreieren sie einen lyrischen Abend und kritisieren zugleich die afro-amerikanischen Lebensverhältnisse in ihrem Land. Ja, ihnen sollten wir unsere Ohren leihen. Foto: Erwan Levigoureux
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Am 22.08 um 21H00, NoumatrouffEine ferne Reise können Sie mit der Japanerin Michiyo Yagi antreten. Die Koto (eine japanische Zither) spielend, verbindet sie Folklore mit Improvisation. Sich mit John Cage und John Zorn beschäftigend, ist sie für die Jazzwelt ein absoluter Gewinn. So etwas haben Sie noch bisher nicht gehört!Foto: Mirei Sakaki
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Wolfgang Mitterer
Am 24.08 um 16H30, Eglise Sainte-MarieDie Werke des österreichischen Organisten und Komponisten lassen uns in eine verblüffende Klangwelt eintauchen. Sich mit elektroakustischer Musik auseinandersetzend, wird er in der Eglise Sainte-Marie die Orgel elektrisieren und aus diesem majestätischen Instrument ein tonreiches Wunderland herausholen. Foto: K. Gossow
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Am 24.08 um 18H30, La FilatureDas Splitter Orchester wurde 2010 in Berlin gegründet und erforscht die Tiefen der Echtzeitmusik. Ein Genre, welches in den 90er Jahren im Osten Berlins entstand und die freie Improvisation auf den Kopf stellte (dabei ging es zum Bsp. um die Frage, wie ein Instrument gehalten oder gespielt werden kann). Das Orchester setzt sich unter anderem mit den diversen Entstehungs-und Verbreitungsmöglichkeiten von Melodien auseinander. Beim Festival Météo wird es eine neue Komposition des französischen Saxofonisten Jean-Luc Guionnet vorstellen. Eine Uraufführung und ein Hörerlebnis. Foto: Uta Neumann































