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Des Teufels Werk

Ein Klassiker der russischen Literatur und ein aufstrebender Theaterregisseur geben sich in Mainz die Hand. Oh, das neugierige Herz schlägt schnell!

Es gibt sie. Bücher, die den Esprit schallend lachen oder aus dem inneren Bauch heraus weinen lassen. Texte, die, vollgepfropft von kuriosen Worten, eine Welt in unserem Wohnzimmer erschaffen, die selbst unsere Träume übertrumpft. Ein solches Werk schuf der russische Schriftsteller Michail Bulgakow im letzten Jahrhundert. 1967 erschienen, analysiert der Autor mit beißendem Humor die russische Gesellschaft, nimmt den kleinen Mann und das große System unter die Lupe, setzt dem einen oder anderen eine Clowns-Nase auf, zerpflückt die Feigheit und jagt dem Bösen hinterher. Seite an Seite mit dem Teufel, denn dieser taucht eines Tages mit seinem Gefolge in Moskau auf und sorgt für so manche Verwirrung. (Schließlich hat man nicht oft die Gelegenheit jemanden zu treffen, der mit Kant gefrühstückt hat!) Was anfänglich wie eine Komödie aussieht, bekommt einen schwarzen, kritischen Rattenschwanz. Zu einer Zeit, in der es kaum möglich war offenkundig gegen den politischen und administrativen Wind zu stehen, gelangen in dieser Geschichte Künstler, Gläubige und der Durchschnittsbürger an ihre Grenzen. Ein fabelhaftes Werk, inszeniert von dem vielversprechenden, talentierten Jan-Christoph Gockel, der uns wohl mit diesem Theaterstück dazu bringen wird, die Sommerpause aufhalten zu wollen. (J.L.)

Jan-Christoph Gockel, Inszenierung
Julia Kurzweg, Bühne
Sophie du Vinage, Kostüme
Anton Berman, Musik
Jörg Vorhaben, Dramaturgie

Deutsch von Alexander Nitzberg


Etiketten:Kreation

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