Le 1er web magazine spectacles | Grand Est transfrontalier
Das 1. Webmagazin der darstellenden künste | Grenzüberschreitende Region Grand Est

Mazeppa ist wohl die düsterste und pessimistische Oper des erfolgreichen Komponisten Peter I. Tschaikowski (1840–1893). Das Werk, das 1881 bis 1883 entstand, basiert wie seine Erfolgsopern Eugen Onegin und Pique Dame auf einer Vorlage von Alexander Puschkin. Tschaikowskis Partitur entfaltet eine enorme theatrale Wirkung: Sie verbindet martialische und grelle Klangfarben, die bereits auf Komponisten wie Schostakowitsch vorausweisen, mit Momenten betörender lyrischer Schönheit. Die Musik nutzt dabei volksmusikalische Quellen ukrainischen und russischen Ursprungs, um die emotionale Tiefe der ambivalent gezeichneten Charaktere auszuloten. In der Inszenierung von Regisseur Matthew Wild, die nach der Premierenserie in Erl 2024 nun in Frankfurt zu sehen ist, wird das Stück zu einer zeitlosen politischen Parabel über eine Elite, die ihre Konflikte auf dem Rücken der eigenen Bevölkerung austrägt. Der Bayerische Rundfunk bewertete Wilds Inszenierung bei der Premiere in Erl als „beklemmend aktuell und unbedingt sehenswert“.

Zum Inhalt: Maria, die Tochter des reichen Kotschubej, liebt den deutlich älteren General Mazeppa. Gegen den Willen ihres Vaters gehen die beiden eine Verbindung ein, woraufhin Kotschubej Mazeppa wegen Hochverrats beim Zaren anzeigt. Doch die Intrige scheitert: Der Zar glaubt Mazeppa und lässt Kotschubej hinrichten. Getrieben von unstillbarer Machtgier greift Mazeppa schließlich selbst nach der Krone und stürzt das Land in einen blutigen Bürgerkrieg. Während um sie herum die menschliche Zerstörungswut grassiert, verliert Maria zunehmend den Verstand…

Dirigent Karsten Januschke leitet die Frankfurter Erstaufführung von Tschaikowskis Oper musikalisch. Bis 2015 war er der Oper als Kapellmeister verbunden. In der vergangenen Spielzeit dirigierte er Jacques Offenbachs Operette Die Banditen. In Frankfurt erarbeitete er sich in seiner Zeit als Kapellmeister ein breit gefächertes Repertoire über sämtliche Epochen. Regisseur Matthew Wild inszenierte an der Oper Frankfurt zuletzt erfolgreich Tannhäuser von Richard Wagner. Eine Produktion, die im Januar 2027 wieder aufgenommen wird. Im Januar 2026 inszenierte er Rossinis Klassiker Der Barbier von Sevilla in Bonn, im Mai folgte seine Lesart von Le nozze di Figaro an der Oper in Oslo. Wie auch bei der Premierenserie in Erl singt Petr Sokolov Mazeppa und Nombulelo Yende verkörpert die Partie der Maria. Seit der Spielzeit 2024/25 ist sie Teil des Ensembles der Oper Frankfurt, vorher war sie im Opernstudio. In der nun anstehenden Spielzeit ist sie auch solistisch im Museumskonzert sowie bei den Opernproduktionen La fiamma und Aida zu erleben. Die Salzburger Nachrichten lobten die Titelpartien bei der Premiere in Erl: „Petr Sokolov brilliert als tragischer Held mit sicher geführter Stimme. Nombulelo Yende verleiht Maria auch in tiefster Tristesse vokale Flügel.“ Alexander Roslavets und Alex Birkus präsentieren im Wechsel die Partie des Kotschubej, John Findon und Kudaibergen Abildin singen Andrej. In weiteren Partien sind Ensemble- und Opernstudiomitglieder der Oper Frankfurt besetzt.

 

Musikalische Leitung: Karsten Januschke Inszenierung: Matthew Wild

Bühnenbild, Kostüme: Herbert Murauer Video: Bibi Abel

Choreografie: Christiana Stefanou Kampfchoreografie: Stephen Louis Licht: Jan Hartmann

Chor: Manuel Pujol Dramaturgie: Maximilian Enderle

Mazeppa: Petr Sokolov Maria: Nombulelo Yende

Kotschubej: Alexander Roslavets / Alex Birkus (18., 20., 26. September, 4. Oktober 2026) Andrej: John Findon / Kudaibergen Abildin (1. Oktober 2026)

Ljubow: Karolina Makuła Orlik: Jarrett Porter Iskra: Jihun Hong

Betrunkener Kosak: Kudaibergen Abildin Tänzer: Eleonora Ricci, Gabriel Capizzi

Chor der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper

www.oper-frankfurt.de


WIR EMPFEHLEN AUCH

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Currently Playing

Szenik auf Facebook