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Das 1. Webmagazin der darstellenden künste | Grenzüberschreitende Region Grand Est

Die 14. Ausgabe des Festivals findet vom 3. – 9. November 2026 statt und bietet Theaterstücke aus der freien Szene und vieles mehr in französischer, in deutscher Sprache oder ohne Worte für große und kleine Menschen ab 2 Jahren. Unsere jungen Zuschauer*innen begegnen im Rahmen von LOOSTIK aktueller Bühnenkunst aus der freien Szene, lernen eine ihnen unbekannte Ästhetik kennen und können sich mit den verschiedenen Theaterdisziplinen in allen ihren Facetten vertraut machen. Diese bereichernden Erfahrungen werden nicht nur ihren kritischen Geist schärfen und die Fantasie beflügeln, sondern auch ihre Persönlichkeit stärken und ihren Bezug zum Nachbarn und zur Welt entwickeln.

Programm

d’amour
Thomas Lebrun / CCN de Tours
Dienstag 03.11., 14h30 et 20h00 
Le Carreau, Forbach
Tanz
Auf Französisch mit deutschen Übertiteln
64 min
Ab 7 Jahren

d’amour ist eine getanzte Radiosendung über die Liebe: live auf RadioLove und quer durch ein ganzes Jahrhundert Liebeslieder – vom französischen Music-Hall über Broadway und Disco bis zu 90er-Sound und aktuellen Songs. Vier Tänzer*innen bewegen sich durch erste Begegnungen und große Gefühle, Missverständnisse, Sehnsucht, Liebeskummer und Versöhnung. Dabei wechseln sie Rollen und Konstellationen, verführen, scheitern, finden zusammen und wieder auseinander.

Mit Glitzer, Federn, Playback, Humor und viel Energie erkundet Thomas Lebrun, was es heißt, andere zu lieben – und sich selbst. So schillernd und verspielt d’amour daherkommt, geht es dabei auch um Unterschiedlichkeit, Selbstakzeptanz und die Frage, wie wir einander begegnen.

Zwischen ausgelassenen Choreografien und stillen, poetischen Momenten entsteht ein verspieltes und berührendes Stück über die vielen Formen der Liebe: romantisch, freundschaftlich, laut, leise, komisch und manchmal ziemlich kompliziert.

d'amour © Frédéric Iovino
d’amour © Frédéric Iovino

 

PISTACHE
Cie Le Cockpit
Dienstag 03.11., 9h30, 11h00 et 16h00
Mittwoch 04.11., 9h30 et 11h00
Theater im Viertel, Sarrebruck
Objekttheater
In deutscher und französischer Sprache
30 min
Ab 2 Jahren

Madame Pistache liebt Kinderspiele, Eistüten und ein bisschen Unordnung. Die Kunst des Eismachens beherrscht sie perfekt – eigentlich. Nur bleibt das Eis nicht dort, wo es soll. In ihrem Karren steht eine besondere Eismaschine: Dreht man an der Kurbel, sprühen Funken – und das Eis erwacht zum Leben. Die kleinen Eiswesen machen, was sie wollen, spielen Streiche, springen davon und hinterlassen auf Pistaches Kleidung bunte Flecken.

Mit wenig Sprache, viel Spiel und einer ganzen Schar von Puppen und Gegenständen erzählt Pistache von großen Gefühlen in kleinen Alltagsmomenten: Staunen, Ärger, Lust, Freude, Enttäuschung. Was passiert, wenn etwas misslingt? Wenn das Eis herunterfällt? Wenn die Welt nicht tut, was man will? Madame Pistache kennt solche Katastrophen nur zu gut – und begegnet ihnen mit Fantasie, Witz und einer guten Portion Eigensinn.

Ein zart-verrücktes Stück über kindliche Emotionen, Trost – und die Kunst, trotz allem weiterzuspielen.

 

Otto & autres contes d’Ungerer
Tomi Ungerer / Catherine Umbdenstock
Mittwoch 04.11., 10h00, Centre Social Balavoine, Cocheren
Mittwoch 04.11., 16h30, Médiathèque, Forbach
Donnerstag 05.11., 10h00 et 14h00, Espace de Wendel, Hombourg-Haut
In deutscher und französischer Sprache
50 min
Ab 7 Jahren

Otto & andere Geschichten von Ungerer führt mitten hinein in das fantasievolle, kluge und wilde Universum des berühmten elsässischen Autors und Illustrators Tomi Ungerer. Drei seiner Geschichten kommen auf die Bühne: Otto, die bewegende Erzählung eines Teddybären, der Krieg, Trennung und Wiedersehen miterlebt. Flix, die Geschichte eines Hundes, der in eine Katzenfamilie hineingeboren wird und um Anerkennung seiner Andersartigkeit kämpft. Und Zloty, die Geschichte eines waghalsigen Mädchens, das Stadtmenschen und Naturwesen miteinander versöhnt.

Ganz allein und mit nur wenigen Requisiten lässt Lucas Partensky alle Figuren und ganze Bilderwelten entstehen. Farbe, Kostüm und die eigens komponierte Musik von Ève Risser verwandeln die Bühne immer wieder neu. Gespielt wird auf Deutsch und Französisch – mit viel Humor und ganz ohne Angst vor Sprachgrenzen.

So entsteht eine Reise durch Ungerers Werk, in der es um Freundschaft, Anderssein und Zusammenleben geht: komisch und weise, manchmal ein bisschen unheimlich, berührend und voller Fantasie.

*Otto & andere Geschichten von Ungerer

 

Ich kann’s nicht lassen
Je ne peux pas m’en empêcher
Janne Gregor / Junges Tanzhaus Berlin
Mittwoch 04.11., 10h00 et 17h00
Donnerstag 05.11., 10h00
Theater am Ring, Saarlouis
Tanz
Ohne Worte
60 min
Ab 6 Jahren

Wenn die Frage lautet „Wem gehört die Bühne?“ – dann ist dieses Tanzstück die Antwort darauf! Denn hier bestimmt das Publikum, wie das Stück verläuft: Kinder ab 6 Jahren und Erwachsene stehen mit vier Tänzer*innen auf der Bühne und entdecken gemeinsam den Tanzstil Krump, eine afrodiasporische Tanzkultur, die auf den Straßen von Los Angeles entstanden ist und eng mit Selbstbehauptung, Aufbegehren gegen Ungerechtigkeit und dem Gefühl von Gemeinschaft verbunden ist.

Janne Gregor hat das Stück im Austausch mit professionellen Krump-Tänzer*innen und Berliner Schulklassen entwickelt. Das Publikum bleibt hier nicht auf Abstand, sondern wird Teil eines choreografischen Spiels. So entsteht ein Tanzstück, das gewohnte Rollen zwischen Bühne und Zuschauerraum aufbricht und erfahrbar macht, wie viel Kraft darin liegen kann, sich zu zeigen, einander zuzuhören und gemeinsam in Bewegung zu kommen. Der Tanz wird zum Mittel der Verständigung – und jede Vorstellung zu einem Erlebnis, das spürbar macht, warum man das Tanzen einfach nicht lassen kann.

*Je ne peux pas m’en empêcher

Ich kann´s nicht lassen © René Löffler
Ich kann´s nicht lassen © René Löffler

 

PLOCK!
Cie Grensgeval
Mittwoch 04.11., 10h00 et 15h00
Donnerstag 05.11., 10h00 et 14h00
Freitag 06.11., 10h00 et 14h00
Le Carreau, Forbach
Zirkus
Ohne Worte
55 min.
Ab 4 Jahren

Matthis hat einen Traum: Er möchte so malen wie sein großes Vorbild, der berühmte Künstler Jackson Pollock. Der legte seine Leinwände auf den Boden und ließ die Farbe mit wilden Bewegungen tropfen, fließen und spritzen. Gar nicht so einfach! Wie bringt man den richtigen Fleck an die richtige Stelle? Mit dem Pinsel? Mit einem Stock? Oder gleich mit der ganzen Farbdose?

Matthis probiert alles: Er dreht sich, springt und rollt, die Farbe spritzt – der Maler wird zum Akrobaten. Doch so sehr er sich auch anstrengt: Sein Bild will dem Vorbild einfach nicht gleichen. Dafür entsteht etwas ganz Eigenes – begleitet von summenden Dosen, tanzender Farbe, farbigen Klängen und jeder Menge Bewegung.

Plock! ist eine sinnliche Performance an der Schnittstelle von Zirkus und bildender Kunst. Ein farbenfrohes Erlebnis für alle Menschen ab 4 Jahren, die gerne mal über die Linien hinaus malen!

 

LiteraTiV
LOOSTIK x Deutsch-Französischer Jugendliteraturpreis
Jeudi 05/11, 10h00
Theater im Viertel, Sarrebruck
Szenische Lesung
Deutsch und Französisch
60 min
Ab 9 Jahren

Die Reihe LiteraTiV bringt junge Literatur auf die Bühne: In Kooperation mit dem Deutsch-Französischen Jugendliteraturpreis wählen Kinder und Jugendliche jedes Jahr zwei Bücher aus der Shortlist des Preises aus, die als szenische Lesung präsentiert werden – einen deutschsprachigen und einen französischsprachigen Titel. Schauspieler*innen aus Deutschland und Frankreich geben den Texten Stimme, Rhythmus und Körper und öffnen einen direkten Zugang zu Figuren, Themen und Sprachen beider Länder.

In diesem Jahr stehen zwei junge Held*innen im Mittelpunkt: Superhirn Salomé, die sich mit der Funktionsweise von Satelliten besser auskennt als mit Freundschaften. Und Abenteurer Rocky, der am liebsten Döner mit Spezialsoße isst und eines Tages einen geheimnisvollen Brief erhält…

Diese Vorstellung ist Schulklassen vorbehalten und kann nicht direkt online gebucht werden. Wenn Sie Interesse haben, schreiben Sie gern an: contact@loostik.eu

 

Ceci n’est pas un exercice · Dies ist keine Übung
Collectif PourquoiPas
Freitag, 06.11., 17h00
Marienschule, Sarrebruck
Zirkus
In deutscher Sprache
60 Min
Ab 6 Jahren

Viele Menschen in einer Halle. Sirenengeheul, Gedränge, Chaos. Und mittendrin: seltsame Wesen mit Helmen und Kissenpanzern.

Ausgehend von einer krisenhaften Welt in ständiger Alarmbereitschaft entwickelt das Collectif PourquoiPas eine spektakuläre Zirkusperformance über Gemeinschaft, Solidarität und das Vertrauen in andere. Gespielt wird bewusst an Orten, an denen Menschen im Alltag zusammenkommen – Sporthallen, Festsäle oder andere Versammlungsräume, die im Katastrophenfall zu Schutz- und Zufluchtsorten werden können.

Partnerakrobatik, Jonglage, Theater und Livemusik verbinden sich zu einem ebenso wilden wie poetischen Erlebnis. Die Grenze zwischen Bühne und Publikum verschwimmt: Wer möchte, kann selbst Teil des Geschehens werden, sich bewegen, tragen oder tragen lassen. Niemand muss mitmachen – aber alle sind mittendrin. So wird aus Zirkus ein gemeinsames Experiment darüber, was passiert, wenn wir uns aufeinander verlassen müssen.

Ceci n´est pas un exercice © Ben Barber
Ceci n´est pas un exercice © Ben Barber

MACADAM
Cie Corps In Situ / ARTEZIA asbl.
Freitag 06.11., 10h00 et 18h00
Samstag 07.11., 16h00
Kulturgut Ost, Sarrebruck
Work in progress
Tanz
Ohne Worte
45 Min
Ab 12 Jahren

Drei Tänzer*innen erforschen, was Skateboarden und Erwachsenwerden miteinander zu tun haben: Gleichgewicht suchen, fallen, wieder aufstehen, Risiken eingehen und den eigenen Weg finden.

MACADAM verbindet zeitgenössischen Tanz und Skateboard zu einer Choreografie für den öffentlichen Raum und für Orte, die eigentlich nicht als Bühne gedacht sind. Asphalt wird zum Spielfeld: ein Ort der Begegnung, des Wartens und Ausprobierens, aber auch des Protests, der Freiheit und der Selbstbehauptung. Eine Bank wird dabei zum Treffpunkt, zur Rampe und immer wieder zum Ausgangspunkt für neue Bewegungen.

Begleitet von Live-Musik aus Elektro und E-Gitarre entsteht ein körperliches, energiegeladenes Stück über Jugend, Freundschaft, Wagemut und die Suche nach dem eigenen Platz. MACADAM ist noch im Entstehen und wird gemeinsam mit Jugendlichen zwischen 10 und 15 Jahren weiterentwickelt – ihre Erfahrungen, Fragen und Perspektiven fließen unmittelbar in die Produktion ein.

 

MAGNÉÉÉÉTIQUE
Les Nouveaux Ballets du Nord-Pas de Calais
Freitag 06.11., 9h30 et 11h00
Samstag 07.11., 10h00 et 15h00
überzwerg, Saarbrücken
Tanz / Objekttheater
In deutscher und französischer Sprache
30 min
Ab 3 Jahren

Wer kennt es noch, dieses kleine Ding aus einer anderen Zeit – die Audiokassette? In MAGNÉÉÉÉTIQUE wird sie zum Ausgangspunkt für ein Spiel aus Klang, Bewegung und Beziehung: Zwei Performerinnen begegnen sich wie die Pole eines Magneten: Sie ziehen sich an, stoßen sich ab, suchen Nähe, messen ihre Kräfte, geraten in Spannung und finden wieder zueinander.

Aus der Sprache der Kassette entsteht ein choreografisches Vokabular: Play, Pause, Vorlauf, Rücklauf. Mal gibt die eine den Takt vor, mal übernimmt die andere. Schließlich verlässt das Magnetband die Kassette und zeichnet Linien und geometrische Formen in den Raum, verbindet und umschlingt die Tänzerinnen und wird selbst zum Mitspieler.

Dieses spielerische und bisweilen wilde Stück, das Sprache und Gesang miteinander verbindet, erkundet mit wenigen Worten Bindungen, Konflikte und Versöhnungen, das Verlangen nach Zweisamkeit … und das ebenso wichtige Bedürfnis, eigenständig zu bleiben.

MAGNÉÉÉÉTIQUE © Frédéric Iovino
MAGNÉÉÉÉTIQUE © Frédéric Iovino

Ulysse
Jean-Claude Gallotta / Josette Baïz / Groupe Grenade
Freitag 06.11., 14h30
Samstag 07.11., 18h00
Le Carreau, Forbach
Tanz
Ohne Worte
60 min
Ab 8 Jahren

Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 13 Jahren tanzen hier ein Meisterwerk des zeitgenössischen französischen Tanzes – mit beeindruckender Präzision, Energie und Präsenz. Ulysse, 1982 von Jean-Claude Gallotta geschaffen, gilt als Schlüsselwerk der „nouvelle danse française“: schnell, fließend, voller Sprünge, Richtungswechsel und unbändiger Bewegungslust.

Josette Baïz ist dem Stück eng verbunden: Bereits 1982 tanzte sie selbst in der ursprünglichen Fassung von Jean-Claude Gallotta. Später entwickelte sie mit der Groupe Grenade eine eigene Interpretation für junge Tänzer*innen – eine Fassung, die inzwischen bereits von einer zweiten Generation getanzt wird.

Die jungen Tänzer*innen machen sich eine technisch hoch anspruchsvolle Choreografie zu eigen, die zugleich von Leichtigkeit und Freiheit lebt. Mit Frische, Ausdruckskraft und erstaunlicher Souveränität lassen sie Gallottas Tanzsprache neu aufleben – und Ulysse noch einmal ganz neu entstehen.

 

DU BIST DRAN! · À TON TOUR !
Regina Rossi Tanzproduktionen
Sonntag 08.11., 17h00
Montag 09.11., 10h00
Scène de l’Hôtel de Ville, Sarreguemines
Tanz
In deutscher und französischer Sprache
75 min
Ab 10 Jahren

DU BIST DRAN! ist ein Quartett für vier Spieler*innen und ein Publikum. Auf der Bühne werden Spiele und Spielregeln untersucht – mit Tanz, Tempo und vollem Körpereinsatz. Inspiriert von Wettbewerben mit Showcharakter entsteht eine rasante Challenge, in der sich die Spieler*innen gegenseitig zu immer neuen Höchstleistungen antreiben. Doch Vorsicht: Es wird nicht nur fair gespielt! Regeln werden ausgelegt, verändert oder kurzerhand auf den Kopf gestellt.

Mit energiegeladenen Tanz-Improvisationen, humorvoller Publikumsbeteiligung und ein paar krummen Tricks nimmt das Stück Fragen von Zugehörigkeit, Ausschluss und Fairness in den Blick. Wer bestimmt eigentlich die Regeln? Auf welcher Seite steht man? Und was bleibt, wenn der Wettkampf vorbei ist?

Auch das Publikum ist gefragt: Es schaut zu, antwortet, entscheidet – und muss aufmerksam bleiben, um nicht selbst ausgespielt zu werden. DU BIST DRAN! ist rasantes Entertainment und zugleich eine spielerische Erinnerung daran, dass niemand allein im Spiel ist.

Bei LOOSTIK 2026 wird das Stück erstmals auf Französisch gezeigt.


Vom 3. bis 9. November 2026
loostik.eu


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