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Einfach fantastisch!

Das Orchestre philharmonique de Strasbourg beendet seine Berlioz-Reihe und die Saison mit dessen bekanntestem Werk und ermöglicht es der Artist in Residence, Alina Ibragimova, mit Bartóks 2. Violinkonzert erneut zu glänzen. 

Das erste Stück des Abends stellt den letzten Auftritt der Saison für die Artist in Residence, Alina Ibragimova, dar. Trotz des klassischen Aufbaus mit Sonatenhauptsatz, Variationssatz und Rondo-Form finden sich in Bartóks 2. Violinkonzert mit der Zwölftontechnik moderne Elemente wieder. Fortgesetzt wird der Abend mit Berlioz’ Symphonie fantastique – und hier ist der Name Programm! Berlioz knüpfte damit an Beethovens 6. Symphonie an, die Pastorale, die einen ersten Schritt in Richtung Programmmusik setzt. Berlioz machte aus seiner Symphonie fantastique ein musikalisches Drama, analog zu den fünf Akten des klassischen Dramas in fünf Sätze gegliedert, die sich zu einer Geschichte verbinden: Ein junger Musiker begegnet seiner Traumfrau. Sie wird von da an mit einem musikalischen Leitmotiv verknüpft, der idée fixe, ebenfalls eine absolute Neuheit dieser Zeit. Diese idée fixe tritt immer wieder auf, wird aber immer weiter verändert, bis sie am Ende nur noch in völlig verzerrter Form erscheint. Der Verliebte zweifelt immer mehr an der Treue seiner Geliebten und vergiftet sich schließlich mit Opium, wird im Traum aufs Schafott geführt und hingerichtet, während die Geliebte als Hexe auf einem Hexensabbat tanzt. Der Hintergrund dieser verzweifelten Liebesgeschichte ist autobiographisch. Berlioz verliebte sich bei einem Theaterbesuch in die Schauspielerin Harriet Smithson, die seine Liebesbriefe und Annäherungsversuche nicht erwiderte (erst Jahre später fanden die beiden zueinander und führten eine recht unglückliche Ehe). Ein wortwörtlich fantastisches Programm! (R.S.) 

Foto: Alina Ibragrimova


Etiketten:Bartok - Berlioz

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