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Tanzender Konflikt

Spannungsgeladen und poetisch zeigt sich Rami Be’ers neue Choreografie, die die Lage im Nahen Osten thematisiert.

Weihnachtsabend 1944: Yehudit Arnon, Häftling im Konzentrationslager Auschwitz, soll für SS-Offiziere tanzen – und weigert sich. Sie nutzt den Tanz als Mittel des Widerstandes und beschließt, während sie ihre Strafe barfuß im Schnee verbüßt, ihm ihr Leben zu widmen. Arnon gründet in Israel, wohin sie 1948 emigriert ist, die Kibbutz Contemporary Dance Company, wo heute täglich 400 Schüler unterrichtet werden. Als sie 2013 stirbt übernimmt Rami Be’er die Leitung der Company. Er gehört zu den spannungs- und ausdrucksreichsten Tänzern seiner Generation und auch seine Choreografien lösen ein wahres Wechselbad der Gefühle aus. Themen wie Gewalt, Missbrauch und religiöser Fanatismus kommen dort zum Ausdruck. Auch seine neuste Arbeit If at all ist eine derartige Choreographie. Sie beginnt mit einem kraftvollen und zugleich poetischen Vollmond-Solo der Tänzerin Olga Stetsyuk, das je unterbrochen wird. Eine Gruppe von Menschen stürmt die Bühne, sie lassen sich fallen, hauen mit der Faust auf den Boden, krümmen sich auf dem Boden. Man kann diese Choreografie nicht anschauen, ohne an die Konflikte im Nahen Osten und anderswo erinnert zu werden. Be’er greift unübersichtlich das aktuelle Weltgeschehen auf. Ein Stück voll kraftvoller Schönheit, bei dem Bewegung, Licht und Farbe zu einem eindrücklichen Spektakel verschmelzen. (T.B.)

Foto © Uri Nevo

 


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