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Der Weg für die Legalisierung der Suizidassistenz scheint frei. Doch ist die Debatte damit beendet?: „Gott“, das zweite Theaterstück von Ferdinand Schirach, im Theater Trier.

 

In einer fiktiven Sitzung des Deutschen Ethikrates stellt Gott Fragen, die die menschliche Freiheit, Autonomie und Selbstbestimmung betreffen. Fragen, die im Spannungsfeld von Moral, Christentum und Politik seit Jahren unterschiedlich und leidenschaftlich diskutiert werden.

 

Wir wollen in Würde sterben. Aber Krankheiten, Unfälle, Verzweiflung – biologische oder äußere Anlässe können uns die Würde, die wir für die letzten Stunden erhoffen, nehmen. Was aber wäre, wenn wir selbst über das Ende unseres Lebens entscheiden könnten? Wir könnten Hand an uns legen. Aber der Sprung von der Brücke, der Schnitt in die Pulsadern, der auf uns zurasende Zug – dies sind nicht die Wege, die wir beschreiten wollen. Können wir diese Entscheidung für uns treffen und auf Beistand, etwa durch den ärztlich assistierten Suizid hoffen?

Nach geltendem deutschen Recht war dies nicht möglich. Paragraf 217 des Strafgesetzbuches in der Fassung vom Dezember 2015 verbot die „geschäftsmäßige Förderung“ von Suizid. Dagegen haben Privatpersonen, Sterbebegleiter, Ärzte, Sterbehilfeorganisationen, Pfleger und Rechtsanwälte Verfassungsbeschwerde eingelegt – und Recht bekommen. Das Bundesverfassungsgericht urteilte im Februar 2020: „Das allgemeine Persönlichkeitsrecht umfasst ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben. Dieses Recht schließt die Freiheit ein, sich das Leben zu nehmen und hierbei auf die freiwillige Hilfe Dritter zurückzugreifen.“

Wie schon in Terror muss das Publikum seine moralischen und ethischen Wertvorstellungen im Hinblick auf die im Grundgesetz garantierte Würde des Menschen und die eigene moralische Verantwortung überprüfen. Ein brisantes Stück über eine emotionalisierte Gesellschaftsdebatte, die wohl auch durch das Urteil aus Karlsruhe nicht beendet sein wird.


BESETZUNG

Inszenierung Andreas von Studnitz
Dramaturgie Philipp Matthias Müller
Dr. Keller Luiza Braz Batista
Prof. Sperling Martin Geisen
Dr. Brandt Paul Hess
Bischof Thiel Michael Hiller
Richard Gärtner Klaus-Michael Nix
Prof. Litten Stephanie Theiß
Vorsitzende des Ethikrats Barbara Ullmann
Rechtsanwältin Biegler Marsha Zimmermann

PRAKTISCHE INFORMATIONEN

 

Foto: Theater Trier


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