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Jung und hungrig

Am Theater Freiburg setzen jugendliche Laienschauspieler das Musical von Duncan Sheik und Steven Sater authentisch in Szene. Es wurde in Anlehnung an Frank Wedekinds Frühlings Erwachen verfasst. 

Das Erwachen der ersten sexuellen Regungen – 1891, als Frank Wedekind das Drama Frühlings Erwachen geschrieben hat, sicherlich noch ein Problem innerhalb einer unaufgeklärten Gesellschaft. Doch ist das heute – in Zeiten von Sexualkunde, Internetpornos und Dr. Sommer – immer noch ein Thema? Es scheint so, anders lässt sich der Erfolg des jungen Theaters Freiburg mit diesem Stück nicht erklären – acht Zusatzvorstellungen wurden diese Saison in den Spielplan mit aufgenommen.
Das Musical mit seinen jungen, authentischen Laienschauspielern, den Popsongs und dem hohen Unterhaltungswert ist ein Publikumsmagnet. Doch Regisseur Gary Choplin übernimmt auch die dunklen Töne des Dramas: von elterlicher Gewalt über Onanierexzesse bis hin zum Selbstmord. Mit dem kargen, düsteren Bühnenbild schafft das junge Theater eine Konzentration aufs Wesentliche und Platz für die eigene Fantasie. Dass das Stück kein gutes Ende nehmen wird, ist von Anfang an klar.
Ein Stück solchen Kalibers mit Laien umzusetzen, ist ein Wagnis. Doch Joplin zeigt, dass es gerade hier nur so und nicht anders geht. Die 16 Jugendlichen agieren mit solch einer Präsenz und Leidenschaft, dass man schnell vergisst, dass hier eine Schauspielausbildung fehlt. (T.B.)

Foto © Maurice Korbel

 


Etiketten:Musical

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