Le 1er web magazine spectacles | Grand Est transfrontalier
Das 1. Webmagazin der darstellenden künste | Grenzüberschreitende Region Grand Est

Das Trio Tolyqyn hat etwas zu sagen: Verpackt in einen Sound, der mit jeder Menge Energie zwischen Blues, Jazz und Folk mäandert, erklären die drei Musiker am Sonntag, 22. Oktober, 20 Uhr, im Burghof Lörrach, was Mensch-Sein in all seinen Facetten bedeutet.

Den Klang von Tolyqyn in Worte zu fassen, ist nicht einfach. Roland Satterwhite, Sänger und Bratschist der Gruppe, beschreibt den Sound als eine Kombination aus Geisterhaftem und Irdischem. Was Tolyqyn auf die Bühne bringen, sei eine Verbindung der Wut und des Chaos der modernen Welt mit dem Frieden und der zyklischen Wiederholung der Natur. Die Umsetzung ist von Offenheit und Vielfalt geprägt. So üben beispielsweise die westafrikanischen Musik-Traditionen einen ebenso großen Einfluss aus wie amerikanische Folk-Musik, erklärt Satterwhite. „Beim Komponieren denken wir nicht an Genres. Wir tun einfach das, was uns gefällt. Und aufgrund unserer unterschiedlichen Geschmäcker gibt es viel, worauf wir zurückgreifen können.“

Im wahrsten Sinne des Wortes aufhorchen lässt auch die Instrumentierung. Pietro Fornara bringt auf der Jazz-Gitarre reichlich Virtuosität mit, Schlagzeuger Pier Ciaccio treibt das Trio an. Ergänzt wird das musikalische Fundament, über das sich Satterwhites Gesang legt, von dessen Spiel auf der ausschließlich gezupften Bratsche, die er ähnlich wie eine Gitarre hält. Diese einzigartige Technik hat Satterwhite vor etwa sieben Jahren entwickelt. „Inspiriert wurde ich von einem Typen namens Alain Apaloo, den ich in der Stammkneipe in meiner Nachbarschaft spielen sah. Er spielte Gitarre wie die alten Delta-Blues-Musiker – also mit dem Daumen – und sang im Einklang mit der gezupften Linie.“ Dieses Prinzip übertrug Satterwhite auf die Bratsche. „Seitdem habe ich meinen eigenen Stil entwickelt, der auch stark von der Gnawa-Tradition aus Marokko beeinflusst ist.“

Die Botschaften, die das Trio mit seiner Musik vermittelt, sind von besonderer Bedeutung. Auf eindringliche Art und Weise zeigt sich das etwa in dem Song „Human Beings are Amazing“ vom 2020 erschienenen Debütalbum, das den Namen der Band trägt. Im Song reflektieren die Musiker das Mensch-Sein mit all den dazugehörigen Eigenschaften – im Positiven wie im Negativen. Dabei überwiegt trotz all der aktuellen Herausforderungen und Problemen stets die Zuversicht. „Trotz ihrer Fähigkeit zur Grausamkeit und Unterdrückung waren die Menschen immer zu Taten der Barmherzigkeit, Liebe und Werken von erstaunlicher Schönheit fähig“, legt Satterwhite dar. „Dieses Wissen ist alles, was ich brauche, um ein gewisses Vertrauen in die Menschheit zu haben.“


burghof.com


WIR EMPFEHLEN AUCH

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Currently Playing

Szenik auf Facebook