Die Zürcher Künstlerin Lucie Tuma entführt uns in eine Zeitlichkeit, in der Räume gedehnt und gequetscht werden.
Lucie Tuma & Co nehmen die Glocke als Ausgangspunkt für eine Reise nach Ding Dong. Kein Land, kein Ort, eher eine Zeitlichkeit, in der Räume gedehnt und gequetscht werden.
Sanft klingt sie, tönt, läutet, räsoniert, hallt nach. Irgend etwas Metaphysisches schwingt immer mit. Die Glocke läutet neue Zeitalter ein, die Schulstunde aus, die Pause ein. Sie unterbricht und markiert den Moment wo etwas anderes kommt. Ding Dong. Seit jeher markieren Glocken Übergänge zwischen Leben und Tod, Alltag und Fest. Geburten und Begräbnisse, Feiertage, Hochzeiten und andere Katastrophen. Der Alltag auf dem Feld, in der Fabrik, im Kloster: zentral reguliert durch die Glocke. Damals, bevor es Armbanduhren gab.
Jetzt, wo Ring-Ding-Dong-Klingeltöne sämtliche Winkel durchdringen und jeden Moment begleiten, geht dies weniger zentral und eher dereguliert vonstatten. Ding Dong. Als die Glocke zwölf Mal schlug, verwandelte die Prinzessin sich in einen Werwolf und aus der Unterbrechung wurde Kontinuität. Oder wie war das nochmals? Sie unterbricht. Sie trennt das, was davor war von dem was danach kommt. Das tut sonst doch eigentlich nur die Zeit selbst.
Schimmernde Glocken, mehrere Körper auf der Bühne, vier davon menschlich. Es schwingt, tanzt unisono, spricht chorisch, klingt gut, riechen tut es noch besser. Dann läutet es. Die Intervalle zwischen den Unterbrechungen schrumpfen, aus der Unterbrechung ist Kontinuität geworden ist. Dann läutet es. Im Nachhall: Resonanzräume, das Echo eines Festes, der Alarm ist vorbei.
BESETZUNG
Produktion Lucie Tuma
Von und mit Susanne Affolter, Lyn Bentschik, Patricia Bianchi, Daniel Goody, Claudia Hill, Kiran Kumar, Julie Laporte, David Marquez, Eva Nievergelt. Caroline Palla, Aga Pedziwiatr, Riikka Tauriainen, Lucie Tuma, Kathrin Veser
PRAKTISCHE INFORMATIONEN
- Dauer: 90 Min.
- Eine Koproduktion der Gessnerallee Zürich und des CCN Ballet de Lorraine Nancy
- Am 27.09: Familiennachmittag mit Lucie Tuma. Um 16 Uhr
- Die Vorstellungen vom 25. und 26.9. sind Teil des Festivals fleshy interface, das zwischen dem 21.-27.09. an verschiedenen Institutionen in Zürich stattfindet.
- Weitere Informationen auf der Website der Gessnerallee Zürich: www.gessnerallee.ch
Foto: Gessnerallee
































