Magisches Theater
Kann der Mensch so vielfältig sein, wie er möchte oder muss er sich für eine Schublade entscheiden? Philipp Becker bringt Hermann Hesses bekanntes Werk Der Steppenwolf auf die Bühne des Schauspiels Stuttgart.
Er mag den Geruch frisch geputzter Treppenhäuser. Er zieht die Klassik dem Jazz vor. Und doch… Und doch zerrt etwas an dem Mantel Harry Hallers, dringt in jede Faser ein. Oder ist es umgekehrt? Brodelt etwas in ihm und versucht sich in seinem Körper zu entfalten?
Hermann Hesses 1927 veröffentlichtes Werk Der Steppenwolf ist ein zeitloses, nicht greifbares Buch. Ob man es mit 16, 34 oder 73 liest, der Blick verändert sich; da wo man erst die Stirn in Falten gelegt hat, schreit man nun laut auf oder lächelt im Einverständnis mit der Hauptfigur.
Es ist ein Text, in dem der Leser oder, wie in dieser Inszenierung, der Zuschauer in einen Brunnen fällt und in einem Spiegelkabinett Platz findet. Harry Hallers Selbst zerbricht vor unseren Augen in tausendundeinen Splitter, obwohl er versucht, mit eisernem Kopf durch die Straßen zu schreiten. Nur wildert sein innerer Wolf über das Kopfsteinpflaster, lässt sich vom „Magischen Theater“ in den Bann ziehen und ächzt beim Anblick des schönen Bürgertums. Was kann diesem Wolfsmensch helfen? Und wieviel „Wolf“ trägt jeder von uns in sich? Fragen, die in Stuttgart beantwortet werden.
Theaterfassung von Joachim Lux
Philipp Becker, Inszenierung
Mit Wolfgang Michalek, Viktoria Miknevich, Felix Mühlen
Chor: Natascha-Carmen Kleins, Charlotte Schön, Belina Nasra Mohamed-Ali, Frederike Wiechmann, Ruben Dietze, Daniel Gäfgen, Benedikt Reidenbach, Julian Tresowski
Foto: JU
Bonus
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Der Steppenwolf to go mit dem Reclam-Verlag































