Weg mit ihr!
Was geschah nachdem Nora ihren Mann verlassen hatte ist ein von Elfriede Jelinek im Jahr 1979 veröffentlichtes Theaterstück und die Fortsetzung Henrik Ibsens Nora oder ein Puppenheim. Die Geschichte spielt sich in den 20er Jahren ab und macht aus der weiblichen Hauptfigur ein Produkt…
In Ibsens Nora kommt die weibliche Hauptfigur nur dank ihres Mannes zu ihrem Erfolg. Eine Tatsache, die sie bis ins Mark erschüttert. Die österreichische Autorin Elfriede Jelinek setzt in ihrem Stück an diesem Punkt an und versetzt die Personen ins 20. Jahrhundert. Nora hat ihren Mann verlassen und versucht sich als Arbeiterin alleine durchzuschlagen. Die Grausamkeiten des Faschismus stehen bereits vor der Tür. Eines Tages fällt sie einem Industriekaufmann auf, der sie wiederum meistbietend an einen Minister weiterreicht. Als diesem Noras Schönheit allerdings zu sehr verblasst, setzt er sie vor die Tür.
Rücksicht vor Gefühlen und aufrichtige Liebe? Ach, du meine Güte, wer hat denn dafür in unserer vom Konsum regierenden Gesellschaft noch Zeit! Nimm, was dir gefällt und lass den Rest schonungslos fallen… Na gut, dies trifft vielleicht auf den Kauf von Tomaten zu, aber doch nicht auf zwischenmenschliche Beziehungen! Oder doch? Werden Frauen immer noch kategorisiert und nach der Verpackung bewertet? Elf Schauspielerinnen fühlen dieser Frage auf den Zahn und stoßen dabei auf eine menschliche Wirtschaftsstrategie, die zum Haare ausreißen ist.
Text Elfriede Jelinek
Übersetzung Louis-Charles Sirjacq
Bühne Noémie Vanheste, Christine Delmotte-Weber
Licht Benoît Théron
Ton Daphné D’Heur
Kostüme Camille Flahaux
Regie-Assistenz Antoine Motte dit Falisse
Regie Nicolas Oubraham
Bühnenregie Christophe Deprez, Dimitri Wauters
Regie Cristian Gutiérrez
Inszenierung Christine Delmotte-Weber
Interpretation Aminata Abdoulaye Hama, Mireille Bailly, Isabelle De Beir, Dolorès Delahaut, Sophie Delogne, Daphné D’Heur, Daphné Huynh, Berdine Nusselder, Babetida Sadjo, Anne Sylvain, Stéphanie Van Vyve
Foto: G. Maleux
Weitere Informationen
- Weitere Informationen auf der Homepage des Théâtre des Martyrs
- Premiere 2019
- Dauer: 1 Std. 40 ohne Pause
- Publikumsgespräch am 12.02 nach der Vorstellung mit Alain Berenboom
- Die Homepage der Kompanie































